Die Stadt Marseille hat Klage gegen drei Eigentümer eingereicht, die beschuldigt werden, illegale Vermietungen über Airbnb durchzuführen. Diese Verfahren sollen Praktiken bestrafen, die die Wohnungsnot verschärfen. Die Stadt fordert insgesamt etwa drei Millionen Euro Bußgelder.
Am Montag, dem 24. November 2025, fand im Gerichtshof von Marseille eine beispiellose Verhandlung statt, bei der die Stadt erstmals drei Eigentümer wegen ungenehmigter kurzfristiger möblierter Touristenvermietungen, hauptsächlich über die Airbnb-Plattform, verklagte. Der Anwalt der Stadt, Me Jorge Mendes Constante, erklärte: «Wir haben Ihnen hier eine Auswahl von den 6000 Eigentümern gezeigt, die illegal über Airbnb in Marseille vermieten... Alle befinden sich im Illegalen.»
Marseille verfügt über 12.900 möblierte Touristenwohnungen, von denen 6.000 in irregulären Verhältnissen sind – die Hälfte des Gesamten. Diese Investoren kaufen oft Zweitwohnungen und wandeln sie in Touristenvermietungen um, ohne die Vorschriften einzuhalten, die eine Kompensation durch gleichwertige klassische Mietwohnungen verlangen. Der scheidende Bürgermeister Benoît Payan hat dieses Thema zu einem politischen Markenzeichen gemacht, vier Monate vor den Kommunalwahlen.
Die angegriffenen Fälle umfassen einen Chirurgen aus Périgueux, der ein bürgerliches Gebäude im 1. Arrondissement in 14 Studios unterteilte, ohne Genehmigung, und sie illegal vermietete; einen Pariser Investor, der ein auf Kredit erworbenes Gebäude in nicht deklarierte Airbnb-Vermietungen umwandelte; und ein Paar, das eine Wohnung im Panier trotz einer Gefahrenverfügung vermietete. Die Stadt verlangt das Verbot der Touristenvermietungen und 100.000 Euro Strafe pro Wohnung für etwa 30 betroffene Objekte.
Die Verteidigeranwälte stellten diese Strategie infrage. Me Olivier Burtez-Doucede kritisierte: «Diese Vorstellung von Exemplarität gefällt mir nicht... Ich mag es nicht, alle über einen Kamm zu scheren.» Me Xavier Demeuzoy fügte hinzu: «Airbnb-Vermieter sind keine Slumlords.» Me Manon François fragte nach der Verfolgung der anderen 6.000 Fälle. Das Urteil ist auf den 2. Februar 2026 vertagt.
Diese Verfahren unterstreichen die Spannungen durch Immobilien-Spekulation, die bezahlbaren Wohnraum in den Stadtvierteln für die Bewohner aufzehrt.