Max Langenhan aus Thüringen hat Deutschland den ersten Olympiasieg in Cortina d'Ampezzo beschert. Der 26-Jährige setzte in allen vier Läufen Bahnrekorde und überwand trotz Nackenschmerzen den österreichischen Konkurrenten Jonas Müller. Altmeister Felix Loch landete enttäuscht auf Platz sechs.
Am Sonntag um 19.32 Uhr erklang erstmals bei diesen Olympischen Spielen die deutsche Nationalhymne am Eiskanal in Cortina d’Ampezzo. Max Langenhan, 26 Jahre alt und aus Friedrichroda in Thüringen, gewann das Rodelrennen der Männer und sicherte damit das erste Gold für Deutschland. Die Pista olimpica Eugenio Monti war neu gebaut worden – in nur einem Jahr – und Langenhan durfte vor elf Monaten als Erster bei der Pre-Homologisierung testen, als die Bahn noch im Rohbau war.
Trotz akuter Nackenschmerzen, die zwei Tage zuvor auftraten, startete Langenhan. „Unsere Ärzte und Physios haben überragende Arbeit geleistet“, lobte er. Mit Startnummer 1 fuhr er in jedem der vier Läufe einen Bahnrekord – eine Premiere in der Sportart. Sein Vorsprung betrug mehr als eine halbe Sekunde vor Jonas Müller aus Österreich und Dominik Fischnaller aus Italien. „Das ist irgendwie schon cool. Ich bin super happy, dass die ganze Performance zusammengekommen ist“, sagte Langenhan. Er dankte seinem Team und gedachte mit Tränen seines verstorbenen Jugendtrainers Uwe Lehmann, der beim Klettern ums Leben kam. Wegen der Schmerzen nahm er die Medaille sogar ab: „Ganz schön schwer das Ding.“
Felix Loch, 36 Jahre alt vom Königssee und dreimaliger Olympiasieger von 2010 und 2014, erlebte eine bittere Niederlage. Im ersten Lauf am Samstag stellte er zwar einen Startrekord auf, touchierte aber die Bande und verlor viel Zeit, was ihn auf Platz sechs brachte. „Genieß es“, gratulierte er Langenhan. „Es ist halt bitter, wenn es beim wichtigsten Rennen alle vier Jahre passiert“, fasste Loch seine Enttäuschung zusammen. Der dritte Deutsche, Timon Grancagnolo aus Chemnitz, beendete sein Debüt auf Platz neun.
Die Bahn gilt als anspruchsvoll, besonders oben, wo Fehler teuer sind. Julia Taubitz, achtmalige Weltmeisterin, hatte vorab gesagt: „Wenn du da schön den Rhythmus hast, kannst du den Schlitten runtertanzen lassen.“ Langenhans Sieg unterstreicht Deutschlands Dominanz im Rodeln.