Psychische Probleme im Studium: Hilfe finden

Viele Studierende erleben Stress und Erschöpfung während ihres Studiums. Der Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse 2023 zeigt, dass fast 70 Prozent Erschöpfung durch Stress kennen. Es gibt zahlreiche niedrigschwellige Beratungsangebote an Universitäten und Studierendenwerken.

Das Studium bringt oft hohe Belastungen mit sich, die über bloßen Alltagsstress hinausgehen. Laut dem Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse 2023 haben 63 Prozent der befragten Studierenden Ängste und Sorgen erlebt. Häufige Symptome umfassen Konzentrationsstörungen und Schlafprobleme. Die Hauptursachen sind Prüfungen (51 Prozent), die Kombination aus Studium und Nebenjob (33 Prozent), Angst vor schlechten Noten (28 Prozent), zu schwieriger oder umfangreicher Lernstoff (28 Prozent) sowie finanzielle Belastungen (23 Prozent).

Psychotherapeutin Maria Sehm, Leiterin der psychosozialen Beratungsstelle am Studentenwerk Leipzig, betont Warnsignale wie plötzliche Veränderungen im Alltag: Schwierigkeiten beim Aufstehen, Vorlesungsbesuch oder Treffen mit Freunden, anhaltende Traurigkeit oder Schlafstörungen. Oft bemerken Außenstehende diese Veränderungen zuerst und empfehlen, Hilfe zu suchen.

Eingeschriebene Studierende haben Anspruch auf kostenfreie Beratung an Hochschulen, inklusive offener Sprechstunden, Gruppenangebote und bis zu 12 Therapiesitzungen bei Psychotherapeuten. Aufgrund hoher Nachfrage können Wartelisten entstehen, doch der Fokus liegt auf schneller Hilfe ohne Bürokratie. Für längere Therapien übernimmt die Krankenkasse die Kosten; eine Suche erfolgt über die Kassenärztliche Vereinigung oder die Hotline 116117.

Zusätzliche Angebote umfassen Beratungen von AStA, Kirchen oder studentischen Initiativen wie Nightline. Unter 25-Jährige können den Krisenchat per WhatsApp nutzen. Psychotherapeut Wilfried Schumann, der seit 20 Jahren den Beratungsservice der Universität Oldenburg leitet, rät: Kein Problem ist zu klein. „Wenn das Auto komische Geräusche macht, geht man ja auch in die Werkstatt“, sagt er. Frühe Beratung kann größere Krisen verhindern.

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