Minvu kündigt teilweise Enteignung besetzten Landes in San Antonio an

Das chilenische Ministerium für Wohnen und Stadtentwicklung (Minvu) hat die Enteignung von 110 von 215 Hektar auf dem Cerro Centinela in San Antonio angekündigt, einem Land, das seit 2019 illegal von über 10.000 Menschen besetzt ist. Der Schritt soll eine humanitäre Krise abwenden, löst aber Debatten über Rechtsstaatlichkeit und Wohnungsplanung aus. Experten haben gegensätzliche Ansichten, ob er illegale Besetzungen legitimiert oder strukturelle Wohnraummängel angeht.

Die Besetzung des Cerro Centinela in San Antonio begann 2019 organisiert mit professioneller Planung, schweren Maschinen und Lotenverkäufen in einem 'Loteo Brujo', betrifft nun über 10.000 Menschen, darunter mehr als 3.000 Kinder. Ein Gerichtsurteil ordnet die Räumung des 215-Hektar-Geländes an, doch Minvu entschied sich, nur 110 Hektar für ein Wohnprojekt zu enteignen, nachdem Kaufverhandlungen an übermäßig spekulativen Preisen scheiterten.

Der Enteignungsprozess kann bis zu zwei Jahren oder länger dauern und erfordert, dass der Staat die nicht enteignete Hälfte gemäß Urteil räumt. Minvu-Sprecher argumentieren, er verhindere eine humanitäre Krise, doch Architekt Yves Besançon nennt es ein 'schlechtes Signal', das den Rechtsstaat schädigt, indem es eine illegale Besetzung legitimiert, die vor vier Jahren hätte behoben werden müssen. Er weist darauf hin, dass es illegale Abkürzungen gegenüber legalen Mechanismen fördert inmitten eines Wohnraummangels von über 700.000 Einheiten, und fragt, ob die 110 Hektar nur den 4.000 besetzenden Familien dienen oder auch 2.500 Familien aus Wohnungscommittees einbeziehen, die seit über 10 Jahren warten.

Entgegenstehend unterstützt Rodolfo Jiménez, Akademiker an der Usach und Präsident des Kollegiums der Architekten, die Enteignung als legitimes Mittel, das Eigentumsrechte mit dem Zugang zu anständigem Wohnen ausbalanciert, was in der chilenischen Verfassung fehlt. Er betont, dass die Megabesetzung den Staatsversagen bei langfristiger Stadtplanung hervorhebt, mit einem Mangel von fast einer Million Wohnungen, und fordert übergreifende Konsense für Jahrzehntprojekte wie die Metro von Santiago sowie das Aufgeben endloser städtischer Erweiterungen, die populäre Sektoren marginalisieren.

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