Neue HIV-Tablette vereinfacht die Behandlung bei komplexen Fällen

Eine neue Kombinationspille mit Bictegravir und Lenacapavir zeigt vielversprechende Ergebnisse für Menschen mit HIV, die auf komplexe Therapieregime angewiesen sind. Die Phase-3-Studie ARTISTRY 1 ergab, dass sie ebenso wirksam ist wie bestehende Optionen, die aus mehreren Tabletten bestehen. Experten weisen darauf hin, dass die Auswirkungen in Südafrika voraussichtlich begrenzt bleiben werden.

Die im Februar in The Lancet veröffentlichte ARTISTRY-1-Studie umfasste 557 Erwachsene, die sich seit durchschnittlich 28 Jahren in HIV-Behandlung befanden. Die Teilnehmenden stellten auf die Bictegravir-Lenacapavir-Tablette um oder behielten ihre bestehenden Therapieregime bei. Die neue Pille erwies sich als nicht unterlegen; es wurde keine Medikamentenresistenz beobachtet und die Zufriedenheit mit der Behandlung war höher.

Chloe Orkin, die leitende Prüfärztin der Studie, betonte einen ungedeckten Bedarf bei Patienten, die aufgrund von Resistenzen oder Unverträglichkeiten auf komplexe Regime angewiesen sind. Die Nebenwirkungen blieben in beiden Gruppen ähnlich, und es gab keine arzneimittelbedingten Todesfälle.

Die lokalen Experten Francois Venter und Graeme Meintjes bezeichneten die Ergebnisse als Durchbruch für eine kleine Gruppe von Patienten, vorwiegend im Privatsektor. Sie merkten an, dass auf Dolutegravir basierende Regime wie TLD für die Mehrheit der Menschen in Südafrika weiterhin wirksam sind.

Die Ergebnisse stützen zudem Forderungen, von der Terminologie der Erst-, Zweit- und Drittlinienbehandlung abzurücken und stattdessen von initialen und nachfolgenden Therapieregimen zu sprechen, angesichts der Wirksamkeit aktueller Behandlungen.

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