Südafrika hat mit der Einführung der halbjährlichen HIV-Präventionsspritze Lenacapavir begonnen, wobei der Erfolg von der Steuerung der Wechselwirkungen mit gängigen Tuberkulose-Medikamenten abhängt.
Das Land verzeichnete im Jahr 2025 etwa 140.000 neue HIV-Infektionen. Modellrechnungen deuten darauf hin, dass Lenacapavir diese Zahl bis 2043 auf jährlich 65.000 senken könnte, wenn ein bis zwei Millionen Menschen bis dahin mindestens eine Dosis erhalten.
Einige Tuberkulose-Medikamente, darunter Rifampicin, senken den Lenacapavir-Spiegel im Blut um 85 Prozent. Nationale Leitlinien empfehlen daher zusätzliche Dosen von Lenacapavir für Patienten, die mit einer Rifampicin-Behandlung beginnen.
Forscher beginnen demnächst in Durban mit der Oracle-Studie, um diese Dosierungsanpassungen zu testen. Die Studie wird auch untersuchen, ob Lenacapavir sicher zusammen mit Rifapentin angewendet werden kann.
Anushka Naidoo, die die Studie am Centre for the AIDS Programme of Research in South Africa leitet, merkte an, dass 50 bis 60 Prozent der Menschen, bei denen in Teilen von KwaZulu-Natal neu Tuberkulose diagnostiziert wird, auch HIV-positiv sind. Norbert Ndjeka vom Gesundheitsministerium sagte, dass die Tuberkulosebehandlung sofort beginnen müsse, während die HIV-Prävention parallel dazu aufrechterhalten werde.