Die norwegische Diplomatin Mona Juul hat ihr Amt als Botschafterin in Jordanien und im Irak niedergelegt. Der Rücktritt folgt auf Enthüllungen aus den Epstein-Akten, die Verbindungen zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein belegen. Norwegens Außenminister Espen Barth Eide nannte die Entscheidung richtig und notwendig.
Mona Juul, eine der bekanntesten norwegischen Diplomatinnen, hat aufgrund ihrer Verbindungen zu Jeffrey Epstein zurückgetreten. Das norwegische Außenministerium in Oslo teilte mit, dass Juul nach der Einleitung von Ermittlungen suspendiert und anschließend freiwillig aus ihrem Amt als Botschafterin in Jordanien und im Irak ausgeschieden ist. Ihr Anwalt betonte, dass sie vollumfänglich bei der Aufklärung kooperieren werde.
Außenminister Espen Barth Eide erklärte: „Juuls Kontakt mit Jeffrey Epstein habe ein schwerwiegendes Versagen ihres Urteilsvermögens offenbart. Der Fall macht es schwer, das Vertrauen wiederherzustellen, das für die Rolle notwendig ist.“ Er bezeichnete den Rücktritt als „richtig und notwendig“.
Juul und ihr Ehemann, der ehemalige Topdiplomat Terje Rød-Larsen, gerieten unter Druck, nachdem neue Epstein-Akten veröffentlicht wurden. Norwegischen Medienberichten zufolge werden ihre beiden Kinder in Epsteins Testament mit insgesamt zehn Millionen Dollar bedacht, das er kurz vor seinem Tod 2019 in Haft unterschrieben haben soll. Juul lernte Epstein in einem diplomatischen Kontext kennen und hatte danach nur minimalen Kontakt, den sie zutiefst bereut. Rød-Larsen distanzierte sich 2020 und nannte seinen Kontakt eine „ernste Fehleinschätzung“. Berichten zufolge hatte er ein persönliches finanzielles Verhältnis zu Epstein.
Juul war maßgeblich am Osloer Friedensabkommen der 1990er-Jahre beteiligt. Das Außenministerium untersucht derzeit den Umfang ihrer Kenntnisse über Epstein und mögliche weitere Konsequenzen. Sie bleibt vorerst beim Ministerium angestellt.
Der Epstein-Skandal hat internationale Auswirkungen. In Norwegen tauchen auch Kronprinzessin Mette-Marit, Ex-Regierungschef Thorbjørn Jagland und Børge Brende in den Akten auf. Epstein starb 2019 in Untersuchungshaft, angeklagt wegen Menschenhandels und Missbrauchs Minderjähriger.