Die 33-jährige Lena Jensen, selbst Opfer sexualisierter Gewalt in der Kindheit, engagiert sich für mehr Hilfe für Betroffene und härtere Konsequenzen für Täter. Sie berichtet von ihrem Missbrauch zwischen zwei und sechs Jahren und kritisiert, dass in ihrem Fall niemand verurteilt wurde. Jensen demonstriert und trifft Politikerinnen in Berlin.
Lena Jensen erlitt als Kind von zwei bis sechs Jahren sexualisierte Gewalt durch nahestehende Personen. Ihre Mutter entdeckte den Missbrauch zufällig, als sie Jensen früher abholte und die Täter in Unterwäsche antraf. Obwohl Anzeige erstattet und Untersuchungen durchgeführt wurden, wurde das Verfahren eingestellt.
Jensen demonstrierte Mitte Februar vor dem Kanzleramt gegen sexualisierte Gewalt an Kindern, inspiriert von den Epstein-Akten. Ende März beteiligte sie sich in Hamburg an Protesten gegen den Fall Fernandes/Ulmen. "Als Täter würde ich mich auch sicher fühlen", sagte sie, da nur etwa eines von 100 Fällen zu einer Verurteilung führe.
In Berlin traf sie SPD-Abgeordnete Jasmina Hostert und Linken-Abgeordnete Kathrin Gebel. Sie fordern engere Zusammenarbeit von Polizei und Hilfsdiensten sowie die Wiederaufnahme des Fonds gegen sexuellen Missbrauch, der seit 19. März 2025 neue Anträge stoppt. Hostert kritisierte Datenschutzbarrieren bei Tätern.
Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 16.354 Fälle von Kindesmissbrauch angezeigt, die Dunkelziffer ist höher. Betroffene wie Jensen hoffen auf Reformen im Strafrecht und bessere Prävention.