Ein 15-jähriges Mädchen wurde am Freitag wegen des Verdachts auf Doppelmord festgenommen, nachdem es am Montag in Vårby bei Stockholm und am Mittwoch in Rosengård, Malmö, zu Schießereien gekommen war – Ereignisse, die mit organisierter Kriminalität in Verbindung stehen. Sie bestreitet die Vorwürfe. Die Expertin Camila Salazar Atías warnt davor, dass Mädchen als Täterinnen in kriminellen Netzwerken oft unter dem Radar bleiben, und verweist auf die steigende Zahl von Verurteilungen bei Teenager-Mädchen.
In dem laufenden Fall wird das Mädchen zusammen mit einem 17-jährigen Jungen, der den Mord in Rosengård gestanden hat, und einem 35-jährigen Mann, der wegen Beihilfe festgenommen wurde, verdächtigt. Laut SVT Nyheter sehen die Ermittler Verbindungen zur organisierten Kriminalität.
Die Kriminologin Camila Salazar Atías vom Stockholmer Fryshuset erklärt die Verletzlichkeit von Mädchen: 'Kinder sind schutzlos... und werden von Banden, die gesellschaftliche Lücken ausnutzen, als Wegwerfware behandelt'. Mädchen fliegen unter dem Radar und werden strategisch eingesetzt, um Entdeckungen zu vermeiden, wodurch sich die Sichtweise von Opfern hin zu potenziellen Täterinnen oder Komplizinnen verschiebt.
Statistiken von Brå zeigen, dass in Schweden zwischen 2015 und 2024 zehn Teenager-Mädchen wegen Mordes verurteilt wurden, die Hälfte davon (5) in den Jahren 2023–2024. Atías, die trotz ihrer Verbindungen zur Sozialdemokratischen Partei als Kriminologin spricht, drängt darauf, Faktoren wie Luxusgüter (Handtaschen im Wert von 30.000 bis 50.000 Kronen) oder Schönheitsbehandlungen zu verstehen, die Mädchen in die Kriminalität ziehen.