Ein 15-jähriges Mädchen steht im Verdacht, am Montag einen 17-Jährigen in Huddinge südlich von Stockholm und am Mittwoch einen 15-Jährigen in Malmös Stadtteil Rosengård ermordet zu haben. Die Polizei geht davon aus, dass sie im Rahmen von Bandenrivalitäten auf Anweisung des Foxtrot-Netzwerks handelte. Ein 17-jähriger Junge und ein 35-jähriger Mann befinden sich ebenfalls in Gewahrsam.
Am Montag kurz vor 17 Uhr wurde ein 17-jähriger Junge auf dem Sportplatz Vårbyparken in Huddinge südlich von Stockholm erschossen. Er starb am nächsten Tag. Laut Informationen von Aftonbladet zeigt Überwachungsmaterial ein Mädchen in dunkler Kleidung, das sich kurz zuvor in der Gegend aufhielt. Berichten von Expressen und Aftonbladet zufolge verdächtigt die Polizei das 15-jährige Mädchen aus dem Raum Stockholm, das den Behörden bisher nicht bekannt war. Sie soll am Dienstag mit dem Zug nach Malmö gereist sein und dort übernachtet haben. Am Mittwoch wurde ein 15-jähriger Junge in Rosengård durch mehrere Schüsse getötet. Wie Aftonbladet berichtet, hielten Überwachungskameras zwei Schützen fest: das Mädchen in weißer Kleidung sowie einen 17-jährigen Jungen mit Jeans, Kapuzenpullover und Mütze. Beide wurden Minuten später festgenommen; bei jedem wurde eine Pistole gefunden. Ein 35-jähriger Mann wurde wegen Beihilfe zum Mord festgenommen, unter anderem weil er Anweisungen zum Aufenthaltsort des Ziels gegeben haben soll. Chats auf dem Handy des Mädchens belegen, wann und wo der Angriff stattfinden sollte. Die Waffe aus Huddinge wurde bereits zuvor bei einem Anschlag auf einen Bandenchef in Fagersjö am 8. März verwendet, den das Opfer überlebte. Expressen berichtet von der Theorie der Polizei, dass das Foxtrot-Netzwerk die Morde an rivalisierenden Bandenmitgliedern in Auftrag gegeben hat. Das Opfer in Malmö hatte einen Verwandten, der mit dem Rivalen Ismail „Jordgubben“ Abdo und dem Rumba-Netzwerk in Verbindung steht; eine andere Quelle erwähnt zudem eine Millionenschuld bei Foxtrot. Die Opfer selbst waren keine Hauptziele. Das Mädchen machte bei der Befragung lediglich die Angabe „kein Kommentar“. Politiker in Malmö äußerten ihre Bestürzung und forderten gesellschaftliche Maßnahmen, wie etwa Sara Wettergren (L): „Es ist absolut schrecklich.“