Ein Mann mittleren Alters wurde wegen dringenden Tatverdachts im Zusammenhang mit dem ungelösten Doppelmord auf einem Bauernhof in Brattås bei Härnösand im Sommer 2005 in Untersuchungshaft genommen. Die Festnahme wurde durch DNA-basierte Ahnenforschung ermöglicht, nachdem im vergangenen Jahr eine entsprechende Gesetzesänderung in Kraft getreten war. Staatsanwältin Hanna Flordal bestätigt, dass die DNA des Mannes mit der am Tatort gesicherten Spur übereinstimmt.
Am 2. Juni 2005 wurden der 70-jährige Tor Öberg und seine Partnerin, die 67-jährige Gerd Viklund, auf Öbergs Bauernhof in Brattås tot aufgefunden; beide waren erschlagen worden. Das Paar hatte schwere Kopfverletzungen erlitten, und die Polizei konnte bereits früh eine DNA-Spur eines unbekannten Täters sicherstellen. Trotz der Überprüfung hunderter Männer und Ermittlungen, die sich über 20 Jahre erstreckten, blieb der Fall ungelöst, da die DNA nicht mit den Polizeidatenbanken übereinstimmte.Ein neues Gesetz, das im vergangenen Jahr in Kraft trat, erlaubt es der Polizei nun, bei Mordermittlungen auf genealogische Datenbanken zurückzugreifen, wenn andere Spuren ausgeschöpft sind. Im August 2025 entschied die Staatsanwaltschaft, diese Methode im Fall Brattås anzuwenden, was dazu führte, dass gegen den Mann ein begründeter Tatverdacht vorlag und er in Abwesenheit in Untersuchungshaft genommen wurde. Am Mittwoch nahm die Polizei ihn in Südschweden fest; ein DNA-Abgleich ergab eine positive Übereinstimmung."Die DNA des Mannes wurde mit der am Tatort gesicherten DNA-Spur verglichen und hat ein positives Ergebnis geliefert. Der Tatverdacht gegen ihn hat sich dadurch erhärtet", erklärte die Oberstaatsanwältin Hanna Flordal in einer Pressemitteilung.Tor Öbergs Tochter Barbro Öberg, die die Hoffnung bereits aufgegeben hatte, reagierte tief bewegt: "Es fühlt sich unwirklich an." Polizeichef Pontus Fälldin bezeichnete den Fortschritt als "absolut fantastisch" und hofft auf eine Aufklärung. Der DNA-Genealoge Peter Sjölund, der bereits den Doppelmord von Linköping aus dem Jahr 2004 aufklärte, begrüßte die Festnahme mit den Worten: "Endlich." Kriminologe Leif GW Persson zeigte sich überrascht, aber positiv eingestellt, trotz früherer Zweifel an der DNA-Spur.Die Staatsanwaltschaft muss bis Samstagmittag entscheiden, ob sie einen Haftbefehl beantragt. Die Polizei könnte zudem Zeugen erneut befragen.