Chiles Kinderbeauftragter warnt vor 46-prozentigem Anstieg der Opfer sexualisierter Gewalt gegen Kinder

Die chilenische Defensoría de la Niñez veröffentlicht am Donnerstag ihren Jahresbericht zur Lage der Rechte von Kindern und Jugendlichen 2026, der einen Anstieg der Opfer sexualisierter Gewalt um 46,4 Prozent sowie eine Zunahme der Krankenhausentlassungen aufgrund selbst zugefügter Verletzungen um 137 Prozent verzeichnet. Der Bericht weist auf anhaltende Risiken in den Bereichen psychische Gesundheit, schulische Koexistenz und spezialisierter Schutz für über 4 Millionen Kinder und Jugendliche hin. Der Kinderbeauftragte Anuar Quesille spricht von einem „nationalen Alarm“.

Die chilenische Defensoría de la Niñez wird am Donnerstag ihren dritten Jahresbericht zur Lage der Rechte von Kindern und Jugendlichen 2026 veröffentlichen, der von ihrem Beobachtungszentrum für Rechte erstellt wurde. Der Bericht identifiziert beunruhigende Trends, darunter einen Anstieg der Opfer sexualisierter Gewalt um 46,4 Prozent und eine Zunahme der Fälle von sexueller Ausbeutung um 73 Prozent. Zudem sind 159.776 Kinder und Jugendliche bei den Carabineros de Chile als Opfer von Rechtsverletzungen registriert, wobei die gerichtlich angeordneten Schutzmaßnahmen um 35 Prozent zugenommen haben.

Die psychische Gesundheit zeigt nach der Pandemie kritische Signale, wobei die Zahl der Krankenhausentlassungen aufgrund selbst zugefügter Verletzungen um 137 Prozent gestiegen ist. Anuar Quesille, der Kinderbeauftragte, erklärte: „Dieser Bericht ist ein nationaler Alarm. Die Daten zeigen, dass [...] Kinder und Jugendliche weiterhin schwerwiegenden Risiken in den Bereichen psychische Gesundheit, sexualisierte Gewalt, schulische Koexistenz, digitale Umgebungen und spezialisierter Schutz ausgesetzt sind“.

Positive Entwicklungen umfassen einen Rückgang der Krankenhausentlassungen wegen Schwangerschaft und Geburt bei 15- bis 17-Jährigen um 78 Prozent, eine Armutsreduzierung um 13 Prozent bei den 4- bis 17-Jährigen sowie um 14 Prozent bei den 0- bis 3-Jährigen, und ein Sinken der Ernährungsunsicherheit von 43 Prozent auf 17,5 Prozent zwischen 2022 und 2024.

Im Bildungsbereich verzeichnete die Superintendencia de Educación im Jahr 2025 17.076 Beschwerden zur schulischen Koexistenz, was einem Anstieg von 22,1 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Das Schutzsystem ist überlastet: Im Jahr 2025 standen 41.557 Kinder auf Wartelisten, und die Überbelegung in Wohneinrichtungen stieg zwischen 2019 und 2024 von 22 Prozent auf 41 Prozent. Quesille fügte hinzu: „Chile muss seine öffentliche Politik aktualisieren und mit größerer Zeitnähe, Priorität und Ressourcen reagieren“.

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