Die kolumbianische Defensoría del Pueblo dokumentierte im Jahr 2025 339 Fälle der zwangsweisen Rekrutierung von Minderjährigen durch bewaffnete Gruppen sowie 15 weitere Fälle in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026. Die Zahlen verdeutlichen Muster nach Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit und Region, wobei indigene Gemeinschaften besonders schwer betroffen sind. Mehrere bewaffnete Gruppierungen werden als Hauptverantwortliche genannt.
Die kolumbianische Defensoría del Pueblo verzeichnete 2025 insgesamt 339 Fälle der Rekrutierung von Kindern, Mädchen und Jugendlichen, gefolgt von 15 weiteren Vorfällen im Januar und Februar 2026. Im Jahr 2025 waren 58 % der Opfer Jungen und männliche Jugendliche sowie 42 % Mädchen und weibliche Jugendliche; im Jahr 2026 stieg dieser Anteil auf 73 % bei den männlichen und 27 % bei den weiblichen Betroffenen.
Indigene Gemeinschaften waren 2025 unverhältnismäßig stark betroffen und machten 55 % der Fälle aus, gefolgt von 39 % ohne ethnische Zuordnung und 6 % Afro-Kolumbianern. Im Jahr 2026 gab es für 86 % keine ethnische Erfassung, während 7 % auf indigene Gemeinschaften und 7 % auf Afro-Kolumbianer entfielen.
Im Jahr 2025 führte der Estado Mayor Central die Liste der Täter mit 41,9 % an, gefolgt von nicht identifizierten Gruppen (18,6 %), Dissidentenfraktionen (13,3 %) und der ELN (9,7 %). Für das Jahr 2026 stand die ELN mit 40 % an erster Stelle, gefolgt vom Estado Mayor de los Bloques y Frentes mit 26,5 %.
Die Fälle konzentrierten sich 2025 auf Departements wie Cauca, Antioquia, Chocó, Nariño und Norte de Santander, einschließlich 16 Fällen in Huila. Im Jahr 2026 stammten die Meldungen aus Antioquia, Norte de Santander, Cauca und anderen Regionen. Die Behörde fordert eine stärkere staatliche Präsenz, um diesem Problem entgegenzuwirken.