Realistic illustration of a severely obese patient in ICU highlighting tripled risk of severe infections per new study, with risk comparison chart.
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Adipositas verdreifacht Risiko schwerer Infektionen

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Eine neue Studie zeigt, dass Menschen mit starkem Übergewicht ein deutlich höheres Risiko für schwere oder tödliche Infektionen haben. Basierend auf Daten von über 540.000 Personen in Großbritannien und Finnland liegt das Risiko bei Adipositas Grad 3 dreimal so hoch wie bei Normalgewichtigen. Die Forscher warnen vor steigenden Adipositasraten weltweit.

Die Studie, geleitet von Mika Kivimäki vom University College London und Solja Nyberg von der University of Helsinki, analysierte Gesundheitsdaten aus zwei finnischen Datenbanken und der britischen UK Biobank. Sie untersuchte über 900 Infektionsarten, von Influenza bis Harnwegsinfekten, und bestätigte Beobachtungen aus der Covid-19-Pandemie für andere Krankheiten.

Bei leichtem Übergewicht stieg das Risiko um 10 Prozent in Finnland und 13 Prozent in Großbritannien. Bei Adipositas Grad 1 (BMI 30–34,9) betrug es 47 bzw. 53 Prozent höher, bei Grad 2 (BMI 35–39,9) doppelt so hoch und bei Grad 3 (BMI ab 40) 2,69- bis 3,07-fach erhöht. Faktoren wie Geschlecht, Alter oder sozioökonomischer Status hatten wenig Einfluss.

»Es ist plausibel, dass Adipositas die Fähigkeit des Immunsystems schwächt, sich gegen infektiöse Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze zu verteidigen«, zitiert The Lancet Kivimäki. Mögliche Ursachen sind ein nährstoffreiches Milieu für Mikroorganismen, Insulinresistenz, Überzuckerung und chronische Entzündungen, wenngleich die Studie keine kausalen Mechanismen beweist.

Angewendet auf die Global Burden of Disease-Studie ergaben sich für 2023 in Deutschland 4.700 von 31.900 Infektions-Todesfällen (14,7 Prozent) im Zusammenhang mit Adipositas – weniger als in den USA (25,7 Prozent) oder Spanien (21,2 Prozent), aber mehr als in China (9 Prozent) oder Indien (3,8 Prozent).

Nyberg warnt: »Da Adipositasraten weltweit steigen werden, wird auch die Zahl der Todesfälle und Krankenhausaufenthalte zunehmen.« Es bestehe dringender Bedarf an Maßnahmen zur Gewichtsreduktion und Gesundheitsförderung.

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