Eine neue Studie des Karolinska Institutet belegt, dass Kinder mit moderater Adipositas im Erwachsenenalter ein höheres Risiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen haben, selbst wenn keine offensichtlichen Risikomarker vorliegen. Die Forscher fordern daher eine Behandlung für alle betroffenen Kinder.
Eine im Fachjournal Jama Pediatrics veröffentlichte Studie des Karolinska Institutet begleitete 7.200 Kinder aus dem Boris-Qualitätsregister bis zum Alter von 30 Jahren. Die Gruppen umfassten Kinder mit Adipositas und Risikomarkern wie abnormalen Blut- oder Leberwerten oder Bluthochdruck, Adipositas ohne Marker sowie eine Kontrollgruppe aus der Allgemeinbevölkerung. Im Alter von 30 Jahren hatten 17 Prozent der ersten Gruppe Typ-2-Diabetes entwickelt, verglichen mit 9 Prozent in der Gruppe ohne Marker und 0,5 Prozent in der Kontrollgruppe. Ähnliche Muster zeigten sich bei Bluthochdruck und erhöhten Blutfettwerten. Claude Marcus, Professor am Karolinska Institutet, erklärte: „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass alle Kinder mit Adipositas behandelt werden müssen, auch wenn sie bei der Untersuchung vollkommen gesund erscheinen.“ Zuvor herrschte die Ansicht, dass Kinder mit normalen Werten wahrscheinlich keine Behandlung benötigen. In einem Debattenartikel in Dagens Nyheter weisen drei Kinder- und Jugendmediziner darauf hin, dass fast eines von zehn Kindern mit moderater Adipositas ohne metabolische Auswirkungen vor dem 30. Lebensjahr an Typ-2-Diabetes erkrankt. Sie kritisieren die ungleiche regionale Versorgung sowie das Fehlen von Arzneimittelzuschüssen durch die TLV trotz nationaler Leitlinien. Eine frühzeitige Gewichtsabnahme konnte das Risiko bei denjenigen, die sie erreichten, um 80 Prozent senken.