Experten in Indien fordern die Anerkennung der abdominalen Adipositas als neues Vitalzeichen bei südasiatischen Indern, um metabolische Gesundheitsrisiken besser zu bewerten. Ein Editorial von Amerta Ghosh und Anoop Misra unterstreicht die Notwendigkeit, den Taillenumfang bei allen Patienten zu messen. Dieser Paradigmenwechsel adressiert die Grenzen des BMI als Maßstab für Adipositas.
Der fortschreitende Anstieg von Adipositas und abdominaler Adipositas in Indien signalisiert eine große metabolische Krise, die die zunehmende Häufigkeit von Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, metabolischer Dysfunktions-assoziierter steatotischer Lebererkrankung (MASLD) und verwandten kardiometabolischen Erkrankungen antreibt. Südasiatische Inder entwickeln häufig abdominale Adipositas trotz relativ normalem BMI, ein Merkmal, das mit stärkerer Insulinresistenz, ektopischer Fettablagerung und dem früheren Auftreten metabolischer Erkrankungen einhergeht. nnLaut dem Editorial in der Zeitschrift Diabetes and Metabolic Syndrome: Clinical Research and Reviews ist der BMI ein unzureichendes Mittel zur Messung von Adipositas. Es fordert einen Wechsel des Fokus von generalisierter Adipositas hin zur abdominalen Adipositas, weg von der alleinigen Verlassens auf den BMI hin zu Taillenumfang und Indizes wie dem Taillen-zu-Höhen-Verhältnis für eine präzise Risikobewertung kardiometabolischer Erkrankungen im klinischen Alltag. nnDaten der National Family Health Survey-5 zeigen, dass abdominale Adipositas rund 40 Prozent der Frauen und 12 Prozent der Männer betrifft. Bemerkenswert ist, dass sie sich nicht mehr auf städtische oder wohlhabende Gruppen beschränkt; die Raten steigen in ländlichen Gebieten sowie in unteren und mittleren sozioökonomischen Schichten.