Junge Inder greifen vor Hochzeiten und Vorstellungsgesprächen zu den Diabetes-Medikamenten Ozempic und Mounjaro, um schnell abzunehmen. Experten warnen vor dem kosmetischen Missbrauch, den Gefahren des Graumarktes und dem zunehmenden Lookismus. Ärzte betonen, dass diese GLP-1-Präparate für Fettleibigkeit und Diabetes gedacht sind, nicht für Eitelkeitszwecke.
Die 28-jährige Aditi griff vor ihrer Hochzeit in einer Schönheitsklinik in West-Delhi zu Mounjaro-Injektionen, nachdem ihr ein Kosmetiker dazu geraten hatte, innerhalb von drei Monaten 12 bis 15 kg abzunehmen und gleichzeitig ihre PCOS-bedingte Akne zu bekämpfen. Beeinflusst durch Transformationen in den sozialen Medien, erlitt sie Rötungen, Schwellungen und einen Knoten an der Einstichstelle. Der Off-Label-Gebrauch zu kosmetischen Zwecken durch Kosmetiker ist illegal; nur Spezialisten wie Endokrinologen dürfen diese Medikamente verschreiben.
Dr. Swati Pradhan vom Live Light Centre in Mumbai sieht Patienten, die die Medikamente trotz eines BMI unter den Grenzwerten für Hochzeiten, Jobs oder sportliche Ereignisse suchen. Sie verschreibt sie nur bei einem BMI über 30 oder 25-27 in Verbindung mit Erkrankungen wie Diabetes. Dr. Jothydev Kesavadev in Kochi erhält Anfragen für Verabredungen oder Geburtstage und bezeichnet die Mittel nicht als Wundermittel. Dr. Anoop Misra vom Fortis C-DOC merkt an, dass einer von zehn Patienten nach einer Dosis aus Eitelkeit sucht, oft aus unregulierten Quellen in kleineren Städten.
Es drohen Gefahren durch den Graumarkt, bei dem zusammengesetzte Versionen mit Online-'Forschungspeptiden' oder tierischen Inhaltsstoffen unreguliert gemischt werden. Dr. David Chandy berichtet, dass 20 % der Patienten kosmetische Spritzen wünschen, wobei einige Rezepte fälschen. Zu den Risiken gehören hormonelle Störungen und Organbelastungen ohne medizinische Überwachung.
Dieser Trend befeuert den Lookismus, also die Diskriminierung aufgrund des Aussehens, inmitten des Drucks der sozialen Medien, wo Hochzeiten einen hohen sozialen Status markieren. Nutzer wie Mridul und Anjali Pillai aus Kochi berichten von Erfolgen durch Ernährung und Bewegung, aber Experten betonen, dass die Medikamente eine Lebensstiländerung erfordern und keine alleinigen Lösungen darstellen.