Pariser Handel bedroht durch Overtourismus und Spekulation

Paris weist die höchste kommerzielle Dichte in Frankreich auf, mit 28 Geschäften pro 1.000 Einwohnern im Jahr 2023. Dieses fragile Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen der Einheimischen und der Anziehungskraft für Besucher ist durch Overtourismus und Immobilien-Spekulation gefährdet. Der Niedergang des Warenhauses BHV verdeutlicht diese Herausforderungen.

Das Atelier parisien d’urbanisme (Apur) berichtet, dass Paris 2023 rund 60.800 aktive Geschäfte hatte, was 28 pro 1.000 Einwohnern entspricht – deutlich mehr als Nizza (19,5), Bordeaux (19,3) und Lyon (17,1). Diese außergewöhnliche Dichte hat sich als widerstandsfähiger als in anderen französischen Stadtzentren erwiesen, gestützt durch ein vielfältiges Einzelhandelsgefüge, das nicht nur Einheimische, sondern auch Pendler und Touristen bedient.

„Diese extrem hohe Dichte rührt daher, dass der Handel über die Bewohner hinausgeht“, sagt Marie-Sophie Ngo Ky Claverie, Geschäftsführerin von Medef Paris. Täglich verlassen 300.000 Menschen die Hauptstadt, während 1,2 Millionen zur Arbeit anreisen, ergänzt durch Touristen und Tagesbesucher. Dementsprechend befinden sich 39 % der Geschäfte der Île-de-France in Paris, das nur 17 % der Bevölkerung der Region ausmacht.

Die Erhaltung des Gleichgewichts zwischen alltäglichem lokalen Einkauf und der Gewinnung ferner Kunden ist entscheidend. Das BHV, gegründet 1856, verkörpert die Risiken: Ende 2023 von Frédéric Merlin erworben, hat es den Fokus auf veranstaltungsorientierte Aktivitäten verlagert, was mit der Installation von Shein am 5. November Kontroversen auslöste. Dies führte zu einem Abzug traditioneller Marken und dem Rückzug der Banque des territoires aus ihrer Beteiligung am Gebäudekauf, was das historische Haus weiter gefährdet.

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