Polizei bereitet sich auf Salem-Marsch inmitten von Unruhsorgen vor

Die Polizei bereitet sich auf mögliche Unruhen vor dem Samstagsmarsch in Salem, einem Vorort Stockholms, vor. Der Marsch wird erstmals seit 15 Jahren von einer Person organisiert, die mit der nazistischen Nordic Resistance Movement verbunden ist. Gegendemonstranten werden erwartet, und die Polizei betont ihre Neutralität, während sie die Überwachung verstärkt. Experten nennen Wahljahre und Zyklen in der rechtsextremen Aktivität als Gründe für die Demonstration.

Der Salem-Marsch ist für den 6. Dezember 2025 in Salem, einem Vorort Stockholms, geplant, erstmals seit 2010. Eine Privatperson mit Verbindungen zur rechtsextremen Nordic Resistance Movement (NMR) erhielt eine Woche zuvor von der Polizei eine Genehmigung für eine öffentliche Versammlung. Die Polizei, die neutral gegenüber Meinungen bleibt, vermeidet es, das Ereignis als rechtsextrem zu bezeichnen, bereitet sich aber auf Gegendemonstranten und mögliche Gewalt basierend auf früheren Vorfällen vor.

Polizeisprecher Ola Österling erklärt: «Wir werden alle Formen von Straftaten melden.» Um die Situation zu managen, setzt die Polizei umfassende Kamerasüberwachung ein, einschließlich Kamera-Wagen, Drohnen und Bodycams bei uniformierten Beamten. «Wir haben bemerkt, dass Gegendemonstranten kommen. Wir sorgen dafür, dass sie ihre Ansichten auch äußern können,» fügt er hinzu. Österling erwähnt Bedenken in der Zivilgesellschaft und Zusammenarbeit mit der Salem-Gemeinde.

Die Geschichte des Marschs gedenkt des Mordes am 9. Dezember 2000 an einem 17-jährigen Jungen mit rechtsextremen Verbindungen, der in Salem von einem jugendlichen Jungen ausländischer Herkunft getötet wurde. Von 2000 bis 2010 fand der Marsch jährlich von rechtsextremen Gruppen statt, oft mit Gewalt.

Experte Robert Kindroth, kommissarischer Leiter des Zentrums für gewaltfördernden Extremismus, betrachtet das Ereignis in einem größeren Kontext. Drei nazistische Versammlungen gab es in einer Woche, darunter eine in Stockholm am letzten Wochenende. «Wir sehen oft Dinge in Wahljahren passieren,» sagt er und verweist auf die Unruhen in Kungsträdgården 2018, Zyklen in den Bewegungen und ein mögliches 25-jähriges Jubiläum. Vor dem Marsch kooperiert NMR mit Aktivklubb, die junge Männer durch Training und Gemeinschaft anzieht. Kindroth betont: «Man darf demonstrieren und Meinungen äußern, auch extreme, aber kein Hass oder Gewalt.»

Ehemaliger Nazi Patrik Asplund, der seit über zwei Jahrzehnten an Integration arbeitet, verknüpft den Aufstieg mit politischer Rhetorik. «Wenn die Regierung immer wieder so kommuniziert und Einwanderer die Schuld gibt. Dann entstehen solche Effekte,» sagt er. Er fordert die Medien auf, die Berichterstattung mit positiven Beispielen aus Vororten auszugleichen, um Extremismus entgegenzuwirken.

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