Die schwedische Polizei warnt vor einer Welle gefälschter SMS, die vorgaukeln, von der Polismyndigheten zu stammen, und die Empfänger auffordern, Strafzettel über einen Link zu bezahlen. Betrüger drohen mit Bußgeldern und Reiseverboten, falls die Zahlung nicht innerhalb von zwei Stunden erfolgt. Eine 72-jährige Frau in Stockholm erhielt an einem einzigen Tag 25 solcher Nachrichten.
Derzeit verbreiten sich in ganz Schweden, unter anderem in den Regionen Örebro, Stockholm und Jönköping, betrügerische SMS. Die Nachrichten geben vor, von der "Svensk polis" zu stammen und informieren über einen "abgelaufenen Strafzettel", der innerhalb von zwei Stunden über einen Link bezahlt werden muss. Eine typische Nachricht lautet: "Svensk polis erinnert Sie: Sie haben einen überfälligen Strafzettel, dessen letzte Zahlungsfrist abgelaufen ist. Bitte überprüfen und bezahlen Sie innerhalb von zwei Stunden. Überprüfen Sie dies sofort." Die Betrüger drohen weiter: "Hinweis: Eine verspätete Zahlung kann zu Bußgeldern, Zwangsvollstreckung, Fahrzeugabmeldung und Reiseverboten führen."
Die 72-jährige Yvonne aus Stockholm erhielt ab der Mittagszeit 25 SMS, die erste um 12:07 Uhr. Sie besitzt kein Auto, erkannte aber schnell, dass es sich um einen Betrugsversuch handelte. "Ich empfinde das als äußerst unangenehm", sagt sie. Yvonne rief bei der Polizei unter der Nummer 114 14 an und wartete 45 Minuten in der Warteschleife. Dort wurden ihr zahlreiche ähnliche Fälle aus dem ganzen Land bestätigt.
Die Polizeisprecher Sophia Jiglind von der Polizei der Region Bergslagen und Olle Älveroth von der Region Ost bestätigen das Ausmaß. "Es scheint weit verbreitet zu sein", so Jiglind. "Die Polizei versendet diese Art von Nachrichten nicht", stellt Älveroth klar. Die Polismyndigheten gibt auf ihrer Website an, dass sie Bürger in solchen Angelegenheiten niemals per SMS, E-Mail oder Telefon kontaktiert, sondern stattdessen Briefe oder digitale Postfächer verwendet.
Die Polizei rät dringend davon ab, die Links anzuklicken, und fordert stattdessen dazu auf, den Vorfall bei der Polizei zu melden. Es ist unklar, ob bereits Personen auf den Betrug hereingefallen sind und Zahlungen geleistet haben.