Indischer Schachgroßmeister Pravin Thipsay hat Bedenken hinsichtlich der individualistischen Natur des Sports hervorgehoben, da junge Stars wie D Gukesh, R Praggnanandhaa und Arjun Erigaisi kürzlich mit Rückschlägen zu kämpfen haben. Nach den historischen Erfolgen Indiens 2024 argumentiert Thipsay, dass der Aufstieg dieser Spieler auf persönliche Anstrengungen zurückgeht und nicht auf ein strukturiertes System. Er prognostiziert Herausforderungen bei der Nachfolge ähnlicher Talente ohne systemische Veränderungen.
Das indische Schach erzielte 2024 bemerkenswerte Erfolge, darunter eine historische Goldmedaille bei der Schach-Olympiade sowie die Siege von D Gukesh bei den FIDE Candidates im Alter von 17 Jahren und bei der Schach-Weltmeisterschaft mit 18. Der Großmeister aus Chennai hat jedoch seit seinem Titel als jüngster Weltmeister keinen großen Titel mehr gewonnen. Kürzlich lieferte Gukesh bei den Prague Chess Masters 2026 eine enttäuschende Leistung und erzielte nur einen Sieg. Während des Turniers entschuldigte er sich bei den Fans dafür, keine Autogramme zu geben, da er Erholungszeit benötige. nnR Praggnanandhaa und Arjun Erigaisi sind in den letzten Monaten ebenfalls ins Straucheln geraten. Als Favoriten schieden sie bei der FIDE World Cup 2025 in Goa vor den Halbfinals aus. nnBei der Analyse ihrer Form stellte Großmeister Pravin Thipsay, der 1997 den Titel erhielt, einen Qualitätsrückgang fest. „Praggnanandhaa war einst einer der gefährlichsten Angriffsspieler, bekommt aber jetzt nicht mehr viele Angriffspositionen. Gukesh war defensiv phänomenal, seine Genauigkeit bei Events wie der Olympiade war außergewöhnlich“, sagte Thipsay der Times of India. Er ergänzte: „Die Rivalen bereiten gezielte Strategien vor, um Partien zu komplizieren. Arjun und Gukesh haben etwas Präzision eingebüßt, Praggnanandhaa Initiative.“ nnThipsay betonte, dass indischer Schach auf individuelle Brillanz setzt und nicht auf ein unterstützendes System wie im russischen Modell. „Indisches Schach war immer stark individualistisch. Keiner dieser Champions wurde von einem System hervorgebracht“, sagte er. Er erklärte, Eltern opferten Karrieren und investierten Ressourcen, Spieler seien durch Eigeninitiative erfolgreich. Trotz Top-10-Platzierungen von Gukesh, Praggnanandhaa und Erigaisi warnte Thipsay: „Dass heute drei Spieler die Top 10 erreichen, garantiert nicht drei weitere in zehn Jahren.“