Béziers Bürgermeister Robert Ménard weihte am Samstag, dem 29. November, eine Weihnachtskrippe im Innenhof des Rathauses ein, was einen Protest der Ligue des droits de l’homme auslöste. Demonstranten argumentieren, sie verstoße gegen die Laizität und das Gesetz von 1905 zur Trennung von Kirche und Staat. Ménard stellt die Ausstellung als einende Tradition ohne Proselytismus dar.
Am Samstagmorgen weihte Robert Ménard, der unabhängige rechtspolitische Bürgermeister von Béziers, eine Weihnachtskrippe im Innenhof des Rathauses ein. Diese Einrichtung, die elfte ihrer Art in der Stadt, stieß schnell auf Gegenwehr. Auf Aufruf der lokalen Sektion der Ligue des droits de l’homme (LDH) versammelten sich Anwohner in der nahegelegenen Straße zum Protest und beriefen sich auf das Laizitätsprinzip, das im Gesetz vom 9. Dezember 1905 verankert ist.
Die Demonstranten, angeführt von Jean-Paul Palmade, Präsident der Béziers-LDH, argumentieren, dass die Aufstellung einer Krippe in einem öffentlichen Gebäude wie einem Rathaus die Neutralität republikanischer Institutionen verletzt. «Wir wollen keine Krippen in öffentlichen Gebäuden, sei es Rathäuser oder andere Symbole der Republik. Sie gehören in religiöse Räume», sagte Palmade gegenüber BFMTV.
Ménard verteidigt die Tradition mit ihrem lokalen Zuspruch. «Jeden Jahr legen wir ein Gästebuch aus. Es enthält zwischen 20.000 und 25.000 Unterschriften! Die Leute lieben es», sagte er zu Le Parisien. Er fügt hinzu: «Die Krippe ist ein Moment, der alle zusammenbringt. Hier missionieren wir nicht; wir erinnern einfach an eine Botschaft der Liebe.»
Solche Ausstellungen sorgten in Béziers bereits früher für Kontroversen. 2017 befahl das Verwaltungsgericht Montpellier die Entfernung der Krippe aus dem Ehrenhof und urteilte, sie hebe die Krippe hervor und verstoße damit gegen Artikel 28 des Gesetzes von 1905 sowie das Neutralitätsprinzip. Ein ähnliches Urteil gab es für Perpignan. Kürzlich wurde im Februar das Rathaus von Beaucaire im Département Gard mit über 120.000 Euro belegt, weil es eine Krippe nicht entfernte – ein Sieg, den die örtliche LDH feierte, wobei Mitglied Francis Labbe hoffte, dies «könne ein für alle Mal verhindern, dass Rathäuser mit dem Gesetz von 1905 schummeln».