Rockstar Games-Mitgründer Dan Houser hat den Einsatz von KI in kreativen Branchen scharf kritisiert und die Technologie in einem kürzlichen Radiointerview mit der „Kuhseuche“ verglichen. Bei Virgin Radio UK stellte Houser die Motive von KI-befürwortenden Führungskräften infrage und warnte vor ihrem potenziell selbstzerstörerischen Weg. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit zunehmender Nutzung von KI in der Spieleentwicklung.
Hintergrund zu Dan Houser
Dan Houser, der Rockstar Games mitbegründete und an Titeln wie Grand Theft Auto mitwirkte, bevor er das Studio 2020 verließ, wirbt derzeit für seinen kommenden Roman. Das Buch greift KI-Themen auf und teilt eine Kulisse mit einem Spiel, das in seinem neuen Studio entwickelt wird. Housers Kommentare spiegeln anhaltende Debatten über die Rolle der Technologie in der Kreativität wider, insbesondere im Gaming-Bereich.
Wichtige Zitate aus dem Interview
In seinem Gespräch mit Moderator Chris Evans bei Virgin Radio UK äußerte Houser Skepsis gegenüber KI-Befürwortern. „Einige dieser Leute, die versuchen, die Zukunft der Menschheit, Kreativität oder was auch immer mit KI zu definieren, sind nicht die menschlichsten oder kreativsten Menschen“, sagte er. Er fügte hinzu: „Die Menschheit wird in eine Richtung gezogen von einer bestimmten Gruppe von Leuten, die vielleicht keine voll entwickelten Menschen sind.“
Houser zog eine drastische Analogie, um die Risiken der KI zu verdeutlichen: „Ich denke, dass KI sich irgendwann selbst auffressen wird, weil soweit ich das verstehe – was wirklich oberflächlich ist – die Modelle das Internet nach Informationen durchsuchen, aber das Internet wird immer voller Informationen sein, die von den Modellen gemacht wurden. Es ist so ähnlich wie damals, als wir Kühe mit Kühen gefüttert haben und die Rinderwahnsinn bekamen.“ Er räumte die Stärken der KI ein und merkte an, sie werde „einige Aufgaben brillant erledigen, aber nicht jede Aufgabe brillant“.
Echos aus früherem Auftritt
Diese Ansichten stimmen mit Housers kürzlichem TV-Interview bei Channel 4’s Sunday Brunch überein, wo er sagte: „Wir haben ein ganzes Feld von Bereichen, für die wir Technologie brauchen, und KI ist großartig bei einigen Aufgaben und kann die anderen noch nicht.“ Er kritisierte übertriebene Behauptungen und sagte, KI-Unternehmen würden „behaupten, sie könne jedes Problem lösen, und das kann sie wirklich noch nicht“.
Kontext in der Spieleentwicklung
Die Integration von KI in Spiele variiert je nach Studio. Konrad Tomaszkiewicz, Regisseur von The Witcher 3, sagte gegenüber Eurogamer: „Ich habe nicht das Gefühl, dass Spiele, die nur mit KI erstellt wurden, Seele haben.“ Entwickler des Spiels Dispatch ergänzten: „Vielleicht ist KI eine kreative Lösung, wenn man keine kreative Person ist.“ Housers Sichtweise beleuchtet Spannungen zwischen Innovation und künstlerischer Integrität in der Branche.