Der historische Boulevard Saint-Michel auf dem linken Ufer von Paris erleidet eine scharfe kommerzielle Krise mit einer Leerstandsrate von 18 %. Dieser emblematiche Fall illustriert die Belastungen für lokale Geschäfte inmitten hoher Mieten und Spekulation. Das Pariser Rathaus hat eine Steuer auf leerstehende Immobilien eingeführt, um das Problem anzugehen.
Boulevard Saint-Michel, der die 5. und 6. Arrondissements von Paris über 1,5 Kilometer trennt, war einst eine der attraktivsten Straßen der Stadt. Nun steht er vor einem ausgeprägten kommerziellen Abschwung, wie ein Blitzdiagnose des Atelier parisien d'urbanisme (Apur) im Juli 2025 detailliert. Der Bericht verzeichnet eine Leerstandsrate von 18 %, die den Pariser Durchschnitt von 10,9 % übersteigt.
Nicolas Bonnet-Oulaldj, der stellvertretende Bürgermeister für Handel von der Kommunistischen Partei, fasst zusammen: „Boulevard Saint-Michel ist emblematisch für das, was heute in vielen Pariser Stadtteilen geschieht: ein Druck auf den lokalen Einzelhandel, eingezwängt zwischen unerschwinglichen Mieten, Grundstücksspekulation, Lieferplattformen und Fast Fashion.“
Daraufhin hat das Pariser Rathaus im Juni erstmals eine Steuer auf kommerzielle Leerstände eingeführt. Sie soll Eigentümer ermutigen, ungenutzte Flächen nach zwei Jahren Inaktivität wieder zu vermarkten, und sieht einen progressiven Steuersatz vor. Dennoch gilt sie linken Gruppen, MoDem-Zentrists und Horizons-Mitgliedern der gemäßigten Rechten als unzureichend abschreckend. „Sie ist vor allem symbolisch“, räumt Herr Bonnet-Oulaldj ein, der alle Eigentümer angeschrieben hat, um Gespräche anzustoßen.
Dieser Schritt spiegelt breitere Herausforderungen im kommerziellen Immobilienmarkt von Paris wider, wobei das Gebiet um Saint-Michel die anhaltenden Belastungen für Nachbarschaftsgeschäfte unterstreicht.