In Kolumbien zirkuliert eine Online-Liste, die als «Excel der Untreuen» bezeichnet wird und angebliche Untreuefälle aufdeckt, insbesondere während der Dezemberferien. Dieses Netzwerk unverifizierter Daten birgt Risiken falscher Anschuldigungen und persönlicher Vendetten. Zudem entbrennt eine Debatte darüber, ob Beziehungen zur künstlichen Intelligenz als Untreue zählen.
Die Superintendencia de Industria y Comercio überwacht das Auftauchen neuer Kopien dieser Liste in sozialen Medien. Daten aus früheren Spalten zeigen, dass Untreueraten im Dezember steigen, wobei sieben von zehn Fällen dann auftreten, besonders auf Betriebsfeiern.
Aus Ecuador, Chile und Peru stammend, enthält die «Lista de mozas» Namen, Spitznamen, Herkunftsorten und anonyme Anschuldigungen, manchmal mit Beweisen. Der fehlende Verifizierungsmechanismus öffnet Türen für Verleumdung und Falschaussagen. Gleichzeitig zielt das Gesetzesvorhaben Bill 212 von 2025, «Zero Hörner, Zero Gewalt», darauf ab, häusliche Gewalt durch Untreue zu verhindern.
Der Kolumnist Carlos Alberto Botero Roldán fragt, ob romantische Bindungen an KI-generierte Figuren Untreue darstellen. Er verweist auf den Film «Her» (2013) mit Joaquin Phoenix, in dem ein Mann sich in ein Betriebssystem verliebt. Eine Studie im Journal of Social and Personal Relationships ergibt, dass 15 % der Amerikaner KI-generierte Inhaltskonten folgen, 19 % mit romantischen Chatbots interagiert haben und unter 18- bis 30-Jährigen 7 % Masturbation bei solchen Interaktionen melden, während 13 % KI-generierte Pornografie konsumieren.
Er warnt jedoch, dass alle digitalen Aktivitäten Spuren hinterlassen, die von Unternehmen gespeichert werden und die Privatsphäre gefährden.