Filmemacher Steven Soderbergh hat Details zur Verwendung generativer KI in der kommenden Dokumentation John Lennon: The Last Interview bekannt gegeben. Der Film, der mit Unterstützung von Meta entstand, kombiniert KI-generierte Bilder mit dem Audio von Lennons letztem Interview. Die Premiere findet diesen Monat bei den Filmfestspielen von Cannes statt.
Steven Soderbergh verteidigte seine Entscheidung, generative künstliche Intelligenz in John Lennon: The Last Interview einzubinden, einer Dokumentation, die auf dem Audio von Lennons Interview mit Yoko Ono am 8. Dezember 1980 basiert – wenige Stunden vor seiner Ermordung. Der im vergangenen Jahr mit Unterstützung von Lennons Nachlassverwaltern angekündigte Film verwendet größtenteils Archivmaterial, setzt aber für etwa 10 Prozent der Inhalte KI ein, insbesondere bei abstrakten philosophischen Diskussionen. Soderbergh beschrieb dies als „thematischen Surrealismus“, um metaphorische Bilder zu schaffen, die den Ton unterstützen, ohne die Zuschauer in die Irre zu führen. Er verglich die KI mit visuellen Effekten (VFX) oder CGI und betonte, dass sie nicht dazu gedacht sei, das Publikum zu „täuschen“ oder zu „manipulieren“, damit es die Bilder für echt halte. Beispiele hierfür sind einjährige Babys in Outfits der Sechzigerjahre, die schreien, oder Höhlenmenschen, die männliches Verhalten darstellen – Szenen, die laut Soderbergh praktisch unmöglich oder weniger effektiv zu drehen wären. Die KI-Sequenzen wurden in Zusammenarbeit mit Meta entwickelt, das Technologie und Finanzierung bereitstellte, nachdem Produzent Michael Sugar die Kooperation angeregt hatte. Meta betrachtete das Projekt als Möglichkeit, seine generativen Videowerkzeuge einem Stresstest zu unterziehen, wobei Soderbergh zustimmte, den Film damit fertigzustellen. Sean Ono Lennon unterstützte diesen Ansatz und sagte Soderbergh, sein Vater „hätte sich mit der Technologie auseinandersetzen wollen“, da die Beatles es liebten, mit neuen Werkzeugen zu experimentieren. Soderbergh betonte, Transparenz sei der Schlüssel, und erklärte, es sei seine „moralische Verpflichtung“, die beste Version des Films ehrlich abzuliefern. Er wies Missverständnisse wie die digitale Nachbildung von Lennon zurück und fragte: „Sehe ich aus wie jemand, der so etwas tun würde?“ John Lennon: The Last Interview soll in diesem Monat bei den Filmfestspielen von Cannes Premiere feiern.