Die Stockholmer Börse startete die Woche mit starken Kursrückgängen aufgrund steigender Öl- und Gaspreise durch den eskalierenden Nahostkonflikt. Der OMXS-Index fiel zum Schluss um 1,7 Prozent und wischte die bisherigen Jahresgewinne aus. Experten warnen vor möglichen Auswirkungen auf den Stockholmer Wohnungsmarkt.
Eine Woche nach Ausbruch des Konflikts zwischen Israel, den USA und dem Iran sind Öl- und Gaspreise stark gestiegen und beunruhigen die Weltwirtschaft. Der Preis für ein Barrel Nordseeöl überschritt über Nacht bis Montag die Marke von 100 Dollar, der höchste Stand seit dem Inflationssommer 2022. Dies erinnert an die Situation nach der russischen Invasion in der Ukraine, als die Inflation in Schweden in weniger als einem Jahr über 10 Prozent stieg. Die Stockholmer Börse wurde hart getroffen. Der breite OMXS-Index fiel zum Schluss um 1,7 Prozent, im Einklang mit den europäischen Märkten und dem frühen Wall-Street-Handel. Zu Jahresbeginn hatte der Markt Gewinne von bis zu sieben Prozent erzielt, aber der Einbruch von zwei bis drei Prozent am Montagmorgen löschte die gesamten Jahresgewinne aus. „Wir hatten einen starken Start ins Börs Jahr. Aber mit den Rückgängen am Vormittag ist der gesamte Jahresanstieg der Aktienmärkte gelöscht“, sagt Maria Landeborn, Senior-Strategin bei Danske Bank. SVT-Wirtschaftskommentator Alexander Norén bemerkt, dass der Rückgang erwartet wurde, da sich über das Wochenende eine Reihe negativer Nachrichten gehäuft hat. Im Gegensatz zu 2022 ist der Gasengpass nicht so akut, und die Weltwirtschaft ist nach der Pandemie ausgeglichener. Dennoch wächst die Unsicherheit bezüglich Inflation und Zinsen, insbesondere in den USA, wo Donald Trump trotz anhaltender Inflation auf niedrigere Zinsen drängt. Auf dem Stockholmer Wohnungsmarkt, der oft den Trend für den Rest des Landes vorgibt, bestehen Risiken. „Es besteht die Gefahr, dass die Preise entweder zurückgehen oder dass die von vielen erwartete Preiserhöhung in diesem Jahr ausbleibt“, warnt Maria Landeborn. Experten betonen, dass die heutige Energiekrise nicht das Ausmaß von 2022 hat, aber unkontrollierte Preisanstiege sich durch die Wirtschaft ausbreiten und die Kosten für Haushalte und Unternehmen aushöhlen können.