Der Angriff auf den Iran hat die Strom- und Benzinpreise in die Höhe getrieben, was neues Inflationsrisiko und eine schwächere Konjunktur in Schweden birgt. Lars Calmfors warnt, dass Politiker zu populistischen Maßnahmen verleitet werden könnten. Der Krieg ähnelt den Ölpreisschocks der 1970er Jahre, weist jedoch moderne Unterschiede auf.
Wirtschaftsexperten weltweit analysieren, wie der Krieg im Nahen Osten die globalen Öl- und Gaspreise, die Inflation und die Konjunktur beeinflusst. Es könnte sich um die zweite schwere Versorgungsstörung nach dem Energie- und Lebensmittelpreisschock von 2022–2023 im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg handeln. Parallelen zu den Ölpreisschocks der 1970er Jahre sind offensichtlich: ein erster Inflationsschock 1973–1975 nach dem Ölembargo arabischer Staaten im Anschluss an den Jom-Kippur-Krieg, gefolgt von einem Höhepunkt um 1980 durch reduzierte Produktion im Iran während der Revolution und des Kriegs mit dem Irak. Wie Mark Twain zugeschrieben wird: Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich. Unterschiede zu den 1970er Jahren sind eine geringere Ölabhängigkeit, schneller sinkende Inflation dank konsequenter Geldpolitik und kein erwarteter Rückgang des Produktivitätswachstums – im Gegenteil, KI könnte es nach oben treiben. Der Krieg birgt das Risiko eines neuen Inflationspeaks und schlechterer wirtschaftlicher Entwicklung weltweit und in Schweden, abhängig davon, wie lange die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr gesperrt bleibt und wie stark die Öl- und Gasproduktion der Golfstaaten beeinträchtigt wird. Vorübergehend könnte die Inflation um ein paar Prozentpunkte steigen und das BIP-Wachstum niedriger ausfallen als prognostiziert, falls der Krieg sich hinzieht. Zentralbanken stehen vor der Herausforderung, Inflation und Konjunkturstütze auszugleichen. In den USA, wo die öffentliche Unterstützung für den Krieg schwach ist und steigende Lebenshaltungskosten vor den Midterms drohen, könnten Republikaner ein schnelles Ende wollen. Trump könnte flexibel den Sieg erklären, ist aber möglicherweise an Forderungen nach bedingungsloser Kapitulation gebunden. Israel könnte den Konflikt verlängern, um den Iran zu schwächen, während iranische Führer einen langen Krieg als Mittel sehen könnten, globale Wirtschaftskosten zu erhöhen und zukünftige Angriffe abzuschrecken. Der Iran könnte trotz reduzierter militärischer Kapazitäten Drohnen- und Raketenangriffe fortsetzen. Für Schweden bedroht ein langer Krieg höhere Inflation und widerspricht dem erwarteten Konjunkturaufschwung, was expansive Fiskalpolitik und eine Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel rechtfertigen könnte. Steigende Kraftstoff- und Strompreise könnten jedoch zu Steuersenkungen und Subventionen verleiten, obwohl diese Marktsignale der Knappheit entgegenwirken – ein Risiko in einem populistischen politischen Klima. Der Krieg verdeutlicht die zunehmende Unsicherheit in Konjunkturprognosen durch unvorhersehbare Geopolitik, insbesondere aus den USA, mit Maßnahmen wie Zöllen, reduzierter Ukraine-Unterstützung, Drohungen zur Annexion Grönlands, Angriffen auf Venezuela und zwei Kriegen gegen den Iran. confidence_comment is null, so empty. No, don't include text.