Zwei Tage nachdem die Ölpreise im Zuge des Iran-Kriegs über 90 Dollar pro Barrel geschossen sind, warnt Rohstoffanalyst Christian Kopfer vor bevorstehender Rationierung und Chaos in den Lieferketten, da die Vorräte schwinden. Schwedische Verbraucher haben bereits Benzin zu 16 Kronen pro Liter, und es wird schlimmer, wenn es keine Lösung in der Straße von Hormus gibt.
Nach dem dramatischen Anstieg der Ölpreise, der früher diese Woche berichtet wurde—WTI-Futures um 36 % auf 91,20 Dollar pro Barrel gestiegen, der größte wöchentliche Zuwachs aller Zeiten—bedroht der Iran-Krieg weiterhin die globalen Lieferketten. \n\nIn Schweden sind die Benzinpreise um etwa 70 Öre auf rund 16 Kronen pro Liter gestiegen. Bei 100 Dollar pro Barrel könnten die Preise 17–18 Kronen erreichen; bei 150 Dollar wäre der Anstieg noch steiler, wie der Energieminister von Katar warnte. \n\nDer Rohstoffanalyst der Handelsbanken, Christian Kopfer, betont, dass hohe Preise allein zu bewältigen sind. ‚Die Weltwirtschaft kann 90–100 Dollar pro Barrel verkraften. Aber nicht Engpässe. Rationierung und Störungen in den Lieferketten – das ist die wahre wirtschaftliche Bedrohung‘, sagt er. \n\nSchwedens exportabhängige Wirtschaft ist auf ölbasierte Lieferketten angewiesen. Steigende Preise trüben auch die Aussichten auf kurzfristige Zinssenkungen ab, wodurch die Hypothekenzinsen hoch bleiben. Global liegt der tägliche Verbrauch bei fast 100 Millionen Barrel, während die Produktion bei rund 80 Millionen liegt und die Vorräte schrumpfen. \n\nKopfer vergleicht die Situation mit ‚einer Schlinge, die sich um die Weltwirtschaft zieht‘. Stillstehende Transporte in der Straße von Hormus – durch die ein Fünftel des globalen Öls fließt – verschärfen die Risiken. ‚Es eskaliert in Dauer und Ausmaß‘, bemerkt er. \n\nDie Lösung des Hormus-Engpasses ist entscheidend, um eine Krise abzuwenden. ‚Die Rationierung von Öl wird nicht gut enden‘, warnt Kopfer.