Der Preis für Rohöl ist aufgrund des anhaltenden Irankriegs um 20 Prozent auf mehr als 110 US-Dollar pro Fass gestiegen. Dies markiert den höchsten Stand seit 2022. Asiatische Aktienmärkte brechen ein, während US-Präsident Donald Trump den Anstieg als notwendiges Opfer für Sicherheit darstellt.
Der Ölpreis hat sich angesichts des Irankriegs, der nun in seine zweite Woche geht, weiter stark erhöht. Am späten Sonntagabend notierte US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) bei 111,24 US-Dollar pro Fass (159 Liter), was einem Anstieg von rund 20 Prozent gegenüber dem Freitag entspricht. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich ebenfalls um etwa 20 Prozent auf 111,14 US-Dollar. Vor dem Kriegsbeginn vor einer Woche lag Brent noch bei rund 73 US-Dollar, was einem Plus von mehr als 50 Prozent seitdem entspricht. Zuletzt hatte der Preis vor dreieinhalb Jahren die 100-Dollar-Marke überschritten.
US-Präsident Donald Trump kommentierte den Anstieg auf seiner Plattform Truth Social: "Die kurzfristigen Ölpreise, die schnell wieder sinken werden, wenn die Zerstörung des iranischen Atomprogramms beendet ist, sind ein sehr kleiner Preis, der für Sicherheit und Frieden in den USA und auf der Welt zu zahlen ist. Nur Narren würden anders denken."
Die Märkte reagieren nervös auf mögliche Lieferengpässe durch den Konflikt im Persischen Golf. Rund 15 Millionen Barrel Rohöl – etwa 20 Prozent des globalen Handels – passieren normalerweise täglich die Straße von Hormus. Aufgrund iranischer Bedrohungen passieren derzeit kaum Tanker die Meerenge, die im Norden an den Iran grenzt. Irak, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihre Ölproduktion reduziert, da Lagerkapazitäten sich füllen.
Katars Energieminister Saad al-Kaabi warnte Ende vergangener Woche vor schweren Folgen: Es sei möglich, dass alle Förderstaaten am Persischen Golf ihre Produktion einstellen, was den Preis auf 150 US-Dollar treiben könnte.
Angriffe auf Öl- und Gasanlagen verschärfen die Ängste. Israel bombardierte Treibstofflager im Iran, was Rauchwolken über Teheran verursachte. Israels Armeesprecher Effie Defrin erklärte: "Dies ist das Öl, das die Räder des Regimes und seine Terroraktionen am Laufen hält." Die USA betonen, nicht die Energieinfrastruktur anzugreifen, wie Energieminister Chris Wright gegenüber CNN sagte.
Asiatische Börsen starteten schwach: Der Nikkei-Index fiel um sechs Prozent auf 52.287 Punkte, der Kospi um ebenso viel. Der Dax und S&P-500-Futures notieren mit Verlusten von über zwei Prozent.