Laut mit sich selbst zu sprechen ist eine gängige Gewohnheit, die viele Menschen zu Hause oder beim Gehen praktizieren, und die Psychologie betrachtet es als externe Äußerung des inneren Dialogs. Dieses Phänomen hilft, Ideen zu ordnen, Entscheidungen zu treffen und Emotionen zu regulieren, ohne ein Zeichen geistiger Unausgeglichenheit zu sein. Es gibt nur Anlass zur Sorge, wenn es den Alltag stört oder mit anderen Symptomen einhergeht.
Laut mit sich selbst zu sprechen ist häufiger, als man denkt. Menschen tun es oft in privaten Umgebungen oder bei alltäglichen Aktivitäten wie Spazierengehen auf der Straße oder Haushaltsarbeiten. Aus psychologischer Sicht signalisiert dieses Verhalten keinen Ungleichgewichtszustand, sondern eine äußere Manifestation des ständigen inneren Dialogs, der im Geist stattfindet. Dieser selbstgerichtete laut gesprochene Dialog erfüllt wesentliche kognitive Funktionen. Er hilft, Gedanken zu strukturieren, Entscheidungsfindung zu erleichtern und Emotionen effektiv zu managen. Beispielsweise kann eine Person sich bei der Bewältigung eines Problems besser konzentrieren, indem sie Anweisungen laut wiederholt, etwa beim Suchen einer Adresse oder Beim Folgen eines Kochrezepts. Forschung in der Kognitionspsychologie betont, dass diese Praxis das Arbeitsgedächtnis stärkt, Informationen organisiert, Angst reduziert und zu besserer Leistung bei komplexen Aufgaben sowie zur Entwicklung von Selbstkontrolle beiträgt. Der Körper nimmt ebenfalls an diesem mentalen Prozess durch unwillkürliche Gesten teil. Bei intensiver Reflexion kann man Handlungen wie Stirnrunzeln, Handbewegungen oder wechselnde Mimik beobachten, die die innere Aktivität widerspiegeln. Diese Gesten dienen der Selbstkommunikation und deuten Emotionen, Bewertungen oder Konzentrationsanstrengungen an, wie das Schließen der Augen zum Erinnern oder Gestikulieren beim Abwägen einer Entscheidung. Klinisch gilt lautes Selbstgespräch als normaler Aspekt der mentalen Funktionsweise. Bei Kindern ist es Teil der Sprachentwicklung und des symbolischen Denkens. Bei Erwachsenen dient es als wertvolle Strategie zum Reasoning und zur Emotionsregulation. Es stellt keinen Störung dar, sondern ein Gehirnwerkzeug zum Denken, Erinnern, Motivieren und Verarbeiten der Umwelt. Es erfordert professionelle Aufmerksamkeit nur, wenn es Belastung verursacht, den Alltag stört oder mit auditiven Halluzinationen verbunden ist.