Tansanische Abgeordnete überschütteten Kenias Präsidenten William Ruto nach seiner Rede vor dem Parlament in Dodoma am 5. Mai 2026 mit Lob und beteten für seine Wiederwahl im Jahr 2027. Ruto hob regionale Projekte wie die Ölraffinerie in Tanga hervor, trotz eines öffentlichen Verweises von Präsidentin Samia Suluhu, weil er sich nicht vorab mit ihr abgestimmt hatte. Der zweitägige Staatsbesuch zielt darauf ab, die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Kenia und Tansania zu stärken.
Präsident William Ruto sprach am Dienstag, den 5. Mai 2026, vor dem tansanischen Parlament in Dodoma und betonte dabei die regionale Zusammenarbeit, die brüderliche Verbundenheit zwischen Kenia und Tansania, den Handel sowie die Infrastrukturentwicklung. Er würdigte Präsidentin Samia Suluhu Hassan nach ihrer Wahl im Oktober 2025. Ruto ist nach dem verstorbenen Kenianer Daniel Moi im Jahr 2002 das zweite ausländische Staatsoberhaupt, das seit der Unabhängigkeit vor diesem Parlament spricht.
Tansanische Abgeordnete lobten Ruto, erklärten, die Kenianer hätten bei seiner Wahl im Jahr 2022 keinen Fehler begangen, und äußerten sich optimistisch hinsichtlich seiner Wiederwahl 2027. "Ich bin zweifelsfrei davon überzeugt, dass die Kenianer keinen Fehler gemacht haben, als sie Ruto 2022 gewählt haben... Sagen Sie den Kenianern, dass wir sie als unsere Brüder und Schwestern betrachten", sagte der Abgeordnete für Ikungi West, Emmanuel Kingu. Kingu las einen Bibelvers vor, um vor den Wahlen für Ruto zu beten. Der Abgeordnete für Tanga, Kassim Mbaraka, dankte Ruto dafür, dass er Tanga für die milliardenschwere Ölraffinerie ausgewählt hatte.
Jedoch tadelte Suluhu Ruto öffentlich dafür, das Projekt in Tanga ohne Rücksprache angekündigt zu haben. Ruto verteidigte sich mit den Worten: "Ich habe gehört, dass Sie meine Schwester Samia Suluhu gefragt haben, warum ich vorangegangen bin und eine Ankündigung gemacht habe, ohne Sie einzubeziehen." Er argumentierte, dass die Integration der East African Community gemeinsame Investitionen ermögliche, und merkte an, dass die Raffinerie der gesamten Region zugutekommen würde – genau wie bei einem Bau in Kenia – und die Abhängigkeit von Schiffstransporten verringern werde.