Fremdenfeindliche Unruhen in Südafrika zwingen Tausende simbabwische Familien zur Flucht und unterbrechen abrupt die Schulausbildung ihrer Kinder. Die mitten im Schuljahr entwurzelten Schüler stehen vor gravierenden akademischen Rückständen.
Nach Angaben des Zimbabwean Exemption Permit Coordinating Committee werden Tausende Kinder aus simbabwischen Familien aufgrund fremdenfeindlicher Unruhen von südafrikanischen Schulen genommen. Edward Muchatuta, nationaler Koordinator des Komitees, schätzte die Zahl der betroffenen Kinder auf mehrere Tausend.
Besonders besorgniserregend ist die Unterbrechung für den Abschlussjahrgang 2026, da viele Zwölftklässler bereits für ihre abschließenden National Senior Certificate-Prüfungen im November registriert sind. Muchatuta erklärte, ein Wechsel des Lehrplans mitten im Schuljahr sei vollkommen unmöglich.
Jessie, eine Simbabwerin, die seit 17 Jahren in Südafrika lebt und arbeitet, sagte, ihr ältester Sohn werde sein Abitur dieses Jahr nicht ablegen können. Sie fügte hinzu, dass ihr jüngerer Sohn, der die 5. Klasse besucht, das Schuljahr wiederholen müsse, nachdem sie sieben Monate lang gewartet hätten.
Das Komitee hat an die Bildungsministerien beider Länder appelliert, betroffenen Schülern die Fortsetzung des südafrikanischen Lehrplans innerhalb Simbabwes zu ermöglichen und gemeinsame Prüfungszentren einzurichten.