Der indische Großmeister Arjun Erigaisi besiegte Weltranglistenersten Magnus Carlsen in einem Klassifikationsspiel während der FIDE Freestyle Chess World Championship in Weissenhaus, Deutschland. Trotz des Sieges beendete Erigaisi die Round-Robin-Phase auf dem sechsten Platz und verpasste das Halbfinale. Das Match hob Erigaisis aggressive Bauernstrategie in der Chess960-Position 277 hervor.
Die FIDE Freestyle Chess World Championship 2026 fand im Schloss Weissenhaus in Deutschland statt und umfasste eine Round-Robin-Phase mit acht Elite-Spielern, um die vier Halbfinalisten zu bestimmen. Am Freitag, dem 13. Februar 2026, traf Arjun Erigaisi auf Magnus Carlsen in der sechsten Runde. Erigaisi, mit Weiß, sicherte sich einen Sieg in 28 Zügen, was Carlsens einziges Verlust in der Ligaphase war, in der der Norweger 4,5 von 7 Punkten erzielte und die Tabelle anführte. Erigaisi blieb der einzige Spieler ohne Remis, besiegte Carlsen, Vincent Keymer und Javokhir Sindarov, verlor aber seine anderen vier Partien und endete mit 3 Punkten auf dem sechsten Platz. Carlsen, Keymer, Fabiano Caruana und Nodirbek Abdusattorov zogen ins Halbfinale ein, jeweils mit mindestens 4 Punkten. Die Partie nutzte die Chess960-Startposition 277 mit Läufern in den Königsflügel-Ecken. Vor dem Match übersprang Erigaisi den Diskussionstisch der Weißen, während Carlsen mit Schwarz anderen sagte, die Position scheine ungefährlich. Erigaisi beunruhigte Carlsen jedoch ab dem zweiten Zug und fiel früh im Uhr zurück. In den ersten 10 Zügen bewegte Erigaisi nur Bauern und rückte sie gegen Carlsens Stellung vor, was Kommentatorin Judit Polgar eine 'Bauernkriegs' nannte. Ab Zug sieben favorisierten Schach-Engines Erigaisi deutlich. Polgar kommentierte im Stream: 'Das ist eine Position, die du nicht mal in deinen Albträumen haben willst', und fügte hinzu: 'Das sind Positionen, in denen du einen guten Zug machst und dann aufgibst, weil du nicht länger leiden willst.' Peter Leko ergänzte: 'Die wünscht du nicht mal deinem schlimmsten Feind. Das ist Grauen.' Dieser Sieg kam weniger als zwei Monate nach Carlsens frustrierten Reaktion auf die Niederlage gegen Erigaisi bei der FIDE World Rapid and Blitz Championship. Carlsen hatte Erigaisi zuvor als 'verrückten Mann' des Schachs bezeichnet. Die Halbfinals standen für den nächsten Tag an, Erigaisi wartete Klassifikationsmatches.