Französische Parteien integrieren künstliche Intelligenz zunehmend in ihre Wahlstrategien, jenseits der bloßen Erstellung von Bildern für soziale Medien. Eine Umfrage zeigt, dass 27 % der Befragten KI nutzen wollen, um die Programme kommunaler Kandidaten kennenzulernen. Konkrete Beispiele verdeutlichen diesen Trend, von KI-generierten Wahlplakaten bis zu vollständig künstlichen Videos.
Mohamed Tlamsi, Kandidat an der Spitze der Liste Europe Égalité Écologie für die Kommunalwahlen am 15. und 22. März in Périgny-sur-Yerres (Val-de-Marne), hat alle seine Wahlplakate mit Künstlicher Intelligenz erstellt. Er steht voll hinter dieser Methode und geht auf Instagram auf Kritik am ökologischen Einfluss ein: „Die Herausforderung (…) besteht darin, Intelligenz, menschliche und künstliche, in den Dienst des Gemeinwohls zu stellen.“Die Renaissance-Partei ging am 7. Januar einen Schritt weiter und kündigte eine Investition in eine auf KI basierende digitale Strategie für die Präsidentschaftswahl 2027 an. Victor Cohen, ehemaliger Leiter der digitalen Tools der Partei, wurde Direktor der Abteilung „Technologien und Innovationen“. Renaissance hat einen Vertrag mit einem spezialisierten KI-Unternehmen abgeschlossen, dessen Name vertraulich bleibt.Bereits im Juni 2024 nahm die rechtsextreme Partei Reconquête! das Tool während der vorgezogenen Parlamentswahlen an. Ihr Präsident Éric Zemmour prahlte auf X damit, das „erste vollständig KI-generierte französische politische Video“ geschaffen zu haben. Diese Bilder betonen seine wiederkehrenden Themen: Einwanderung, Sicherheit und wirtschaftlicher Niedergang.Ein Bericht der NGO AIForensics vom 4. Juli 2024 stellt fest, dass die Nutzung generativer KI im Wahlkampf vorwiegend von rechtsextremen Parteien erfolgte.