Der Untersuchungsausschuss der französischen Nationalversammlung zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk stimmte am Montagabend nach fünfstündiger nicht-öffentlicher Debatte mit 12 Ja-Stimmen, 10 Nein-Stimmen und 8 Enthaltungen für die Veröffentlichung des Berichts des Berichterstatters Charles Alloncle. Der umstrittene Bericht mit seinen radikalen Vorschlägen wird am 4. Mai verfügbar sein. Die Abstimmung und ihre Folgen waren von Spannungen geprägt.
Der Untersuchungsausschuss der Nationalversammlung zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk unter dem Vorsitz von Jérémie Patrier-Leitus hat die Veröffentlichung des Berichts des UDR-Abgeordneten Charles Alloncle knapp gebilligt. Die Abstimmung per Handzeichen am 27. April um 19:10 Uhr ergab nach fast fünfstündigen Beratungen hinter verschlossenen Türen 12 Stimmen dafür, 10 dagegen und 8 Enthaltungen.
Die fünf LFI-Abgeordneten, drei Sozialisten und zwei Ökologen stimmten wie angekündigt dagegen. Die PS-Abgeordnete Ayda Hadizadeh sagte zu Jérémie Patrier-Leitus: « Vous nous avez lâchés en rase campagne » („Sie haben uns im Stich gelassen“). Der Vorsitzende gab an, er habe sich « agressé » („angegriffen“) gefühlt. Charles Alloncle feierte einen « victoire » („Sieg“) nach « des mois de pressions » („monatelangem Druck“) und « les manœuvres des censeurs » („Manövern der Zensoren“).
Am Dienstag kritisierte Jérémie Patrier-Leitus auf France Inter die « accusations graves » („schwerwiegenden Anschuldigungen“) Alloncles gegen den Präsidenten der Nationalversammlung, ihn selbst und die Führungskräfte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Der Bericht schlägt vor, Sender wie France 2 und France 5 zusammenzulegen, Reality-TV-Sendungen zu verbieten und für einige Journalisten eine Zurückhaltungspflicht in den sozialen Medien einzuführen.
Einige Abgeordnete bezeichneten die Vorschläge als « chocs » („schockierend“), darunter einen Sparplan in Höhe von einer Milliarde Euro, wie Le Monde berichtet. Le Figaro meldet, dass vier Abgeordnete das Votum zugunsten der Veröffentlichung entschieden haben.