Gemeinderatswahlen in Aurillac: politische Umstrukturierung in historisch links geprägter Stadt

In der Präfektur Cantal kandidiert der amtierende sozialistische Bürgermeister Pierre Mathonier nicht erneut bei den Gemeinderatswahlen und ebnet den Weg für neue Gesichter. Seine Stellvertreterin Valérie Rueda startet ihre PS-Kampagne und trifft auf Kandidaten wie Patrick Casagrande, der Laurent Wauquiez nahesteht. Diese seit 1977 einzigartige Situation mischt die Karten in einer traditionell links geprägten Stadt auf, in der die Rechte Boden gewinnt.

Das Kongresszentrum von Aurillac war am 28. Januar mit 450 Personen gefüllt, die dem Start der Bürgermeisterkampagne von Valérie Rueda als sozialistischer Kandidatin beiwohnten. Als Stellvertreterin des amtierenden Bürgermeisters Pierre Mathonier für das Vereinsleben zeigte sie ihre Rührung: „Vielen Dank, dass ihr so zahlreich seid. Ich muss durchatmen. Ich genieße es!“ In ihrer Rede betonte sie ihre Verbundenheit mit „humanistischen Werten“ und „einer Politik, die verbindet statt spaltet“, bevor sie ihre Listenkandidaten vorstellte. Pierre Mathonier, Bürgermeister seit 2013, steht auf Platz vier auf Ruedas Liste und signalisiert so seine Unterstützung, ohne selbst erneut zu kandidieren. Es ist das erste Mal seit 1977, dass ein Aurillac-Bürgermeister nicht wiedergewählt werden möchte, und alle vier gemeldeten Kandidaten sind Neulinge. Diese Umstrukturierung findet in einer historisch links verwurzelten Stadt statt, in der die Rechte jedoch Fortschritte macht. 2014 gewann Mathonier die Wahl bereits im ersten Wahlgang. Sechs Jahre später, 2020, siegte seine Liste aus MoDem und linken Parteien (ohne La France insoumise) im ersten Wahlgang knapp mit nur 408 Stimmen Vorsprung vor der Liste von Jean-Antoine Moins (Les Républicains). Im zweiten Wahlgang holte die Linke 59,2 Prozent. Unter Ruedas Widersachern tritt Patrick Casagrande, nahe dem LR-Parlamentsfraktionschef Laurent Wauquiez, ohne Parteilabel an und unterstreicht die sich wandelnden Dynamiken.

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