Bärbel Bas offen für renteneintritt nach beitragsjahren

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas zeigt sich offen für eine Reform des Rentensystems, bei der der Eintritt in die Rente nicht mehr primär am Alter, sondern an der Zahl der Beitragsjahre gekoppelt wird. Sie begrüßt die Idee als grundsätzlich gut und sieht Diskussionen in der Rentenkommission. Der Vorschlag zielt auf mehr Gerechtigkeit für unterschiedliche Lebensläufe ab.

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat in der ARD-Sendung »Bericht aus Berlin« ihre Sympathie für eine Neugestaltung des Renteneintritts bekundet. Statt eines festen Alters solle künftig die Anzahl der Beitragsjahre maßgeblich sein. »Ich finde die Idee grundsätzlich ganz gut«, sagte sie. Es gebe zwei mögliche Ansätze: eine Anpassung an die Lebenserwartung oder an eine bestimmte »Strecke« von Einzahlungen in die Sozialversicherung.

Als Beispiel nannte Bas Personen, die mit 16 Jahren eine Ausbildung beginnen und eine feste Beitragsdauer erreichen. Diese könnten früher in Rente gehen. Wer hingegen später startet, etwa nach einem Studium, müsse länger arbeiten. Solche Modelle sollen in der bald einzusetzenden Rentenkommission debattiert werden.

Der Vorschlag knüpft an Ideen des Wirtschaftsprofessors Jens Südekum an, der als Berater von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) gilt. Südekum forderte in der »Bild am Sonntag«, den Rentenbeginn an eine Mindestanzahl von Beitragsjahren zu binden, um die gesetzliche Rente zu sichern. »Die Lebensarbeitszeit ist eine Stellschraube, an die wir ran müssen«, betonte er. Dies sei gerechter, da Akademiker später einzahlen als Auszubildende.

Bas äußerte sich ähnlich in der »Rheinischen Post«. Aktuell steigt das Rentenalter bis 2031 schrittweise auf 67 Jahre. Bei 45 Beitragsjahren ist ein früherer Ausstieg möglich. Für nach dem 1. Januar 1953 Geborene erhöht sich die Altersgrenze je Jahrgang um zwei Monate; für nach dem 1. Januar 1964 Geborene gilt 65 Jahre abschlagsfrei.

Der Bundestag hat kürzlich ein Rentenpaket beschlossen, das nun den Bundesrat passieren muss. Streitpunkte waren die Stabilisierung des Rentenniveaus und die Ausweitung der Mütterrente. Eine Rentenkommission soll vor Weihnachten starten und bis Mitte 2026 Vorschläge liefern, die rasch gesetzlich umgesetzt werden sollen.

Diese Website verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies für Analysen, um unsere Website zu verbessern. Lesen Sie unsere Datenschutzrichtlinie für weitere Informationen.
Ablehnen