Der griechische Filmemacher Christos Nikou fungierte diese Woche beim Internationalen Filmfestival Karlovy Vary als Mentor für zehn junge europäische Regisseure im Rahmen des Programms "Future Frames". In einer Diskussion, an der auch Variety teilnahm, sprach er darüber, wie man eine authentische eigene Stimme findet und einfühlsames Kino schafft.
Nikou, bekannt für seine Regiearbeiten bei "Apples" und "Fingernails", betonte den Wert eines einzigartigen Tons und einer Identität, die aus persönlicher Leidenschaft erwächst. Er erklärte den Teilnehmern, dass viele Filmemacher eher Finanzierungen und Festival-Trends hinterherjagen, statt Geschichten zu erzählen, die ihnen am Herzen liegen.
Der Regisseur, der Autodidakt ist und täglich drei Filme ansieht, riet davon ab, zu ichbezogen zu arbeiten. Er plädierte für ein Kino, das ein Bewusstsein für das Publikum mit Authentizität verbindet und dabei prätentiöses Gehabe vermeidet.
Nikou erörterte zudem praktische Herausforderungen, darunter die Budgetunterschiede zwischen Europa und Nordamerika. Er merkte an, dass sein Budget von 250.000 Dollar für "Apples" im Gegensatz zu den 10 bis 12 Millionen Dollar für "Fingernails" aufgrund von Gewerkschaftsbestimmungen stehe.
Des Weiteren betonte er, dass Auszeichnungen wenig Bedeutung hätten, und forderte die jungen Filmemacher dazu auf, den kreativen Prozess ungeachtet etwaiger Anerkennung zu genießen.