Coco Gauff hat besonnen auf die Entscheidung von Wimbledon reagiert, das Gesamtpreisgeld um 20 Prozent auf 85 Millionen Dollar zu erhöhen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Streitigkeiten zwischen Spitzenspielern und den Grand-Slam-Turnieren über die Umsatzbeteiligung. Gauff äußerte sich im Vorfeld der Berlin Open.
Gauff bezeichnete die Erhöhung als Fortschritt, betonte jedoch, dass noch weitere Arbeit vor ihnen liege. „Ich denke, es ist noch ein langer Weg. Wir sind dankbar für die Fortschritte, die gemacht wurden“, sagte sie. „Aber es gibt noch viel mehr, was wir tun können, nicht nur in Wimbledon, sondern auch bei den anderen Grand-Slam-Turnieren.“
Die Erhöhung durch den All England Club lässt den Spielern einen Umsatzanteil von 14,4 Prozent. Ähnliche Defizite bestehen auch bei anderen Majors. Die French Open hoben ihren Pool um 9,5 Prozent auf einen Anteil von 15 Prozent an, während die Australian Open eine Steigerung von 16 Prozent und einen entsprechenden Anteil von 16 Prozent verzeichneten.
Spitzenspieler wie Gauff, Jannik Sinner und Aryna Sabalenka hatten bei den French Open einen Medienboykott organisiert, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Zu diesen Forderungen gehören mehr Transparenz, ein Fonds für das Wohlergehen der Spieler und mehr Mitspracherecht bei der Organisation der Turniere. Die Veranstaltungen der ATP- und WTA-Tour schütten derzeit etwa 22 Prozent der Einnahmen an die Spieler aus.
Wimbledon zahlt dem Einzelsieger 3,6 Millionen Dollar und Verlierern der ersten Runde 80.000 Dollar. Sinner hat bereits die Idee ins Spiel gebracht, das Mixed-Doppel bei den US Open auszulassen, falls breitere Probleme nicht angegangen werden.