In einem dramatischen Achtelfinaleduelle beim Challenger-Turnier in Cap Cana sorgte der 21-jährige Coleman Wong für ein Comeback und besiegte den routinierten Damir Džumhur 3-6, 6-4, 6-2. Der Sieg wurde von einer Konfrontation auf dem Platz überschattet, die durch Wongs Jubel ausgelöst wurde. Wong reagierte in seinen Nachmatch-Kommentaren ruhig und betonte Gelassenheit unter Druck.
Das Match im Estadio Cap Cana brachte im dritten Satz einen hitzigen Austausch. Džumhur, der Dritte der Setzliste und ehemaliger Weltranglistenerster Nr. 23 aus Bosnien, hatte früh die Führung erobert, indem er den ersten Satz 6-3 gewann. Wong, als Lucky Loser nach Qualiniederlagen ins Hauptfeld gekommen, glich im zweiten Satz mit 6-4 aus, bevor er im Entscheidungssatz davonzog. Die Spannung eskalierte, als Wong drei Breakpunkte in einem Aufschlagspiel rettete und dann Džumhur brach, um seine Führung auf 4-1 im Dritten auszubauen. Nach Džumhurs Doppelfehler, der Wong einen weiteren Break bescherte, feierte der Hongkonger mit geballter Faust Richtung seines Teams. Dies veranlasste Džumhur, zur Bank von Wong zu gehen und die Reaktion mit wiederholten Phrasen wie „Yes on a double fault, huh?“ und „Funny, huh?“ infrage zu stellen. Džumhur ließ weiter Dampf ab und sagte mehrmals: „Look at my face and laugh.“ Chair-Umpire Raluca Andrei griff ein und drängte ihn, auf seinen Platz zurückzukehren: „Damir, please. Can you go and take a seat, please? Damir, he’s not going to answer you.“ Wong blieb gefasst, wischte sich das Gesicht ab und trank Wasser, ohne zu reagieren. Als das Spiel weiterging, fügte Džumhur hinzu: „Let’s see if you can laugh into my face after.“ Am Netz nach dem Match verweigerte Džumhur den Handschlag mit Wong, grüßte stattdessen die Umpire und löste beim Verlassen des Platzes Buhrufe des Publikums aus. Weltplatz 123 Wong, bester hongkongischer Herrenspieler, rückte ins Viertelfinale gegen Alexander Blockx vor. In der Pressekonferenz reflektierte Wong reif: „I’ve watched many of his matches, and I knew what was coming. Many people know how he is and also how tough he can be.“ Zur Emotionskontrolle ergänzte er: „I also consider myself very emotional, but I need to learn. This is how the best players do it. I look at Carlos Alcaraz and Jannik Sinner… they stay calm in the most important moments. That’s why they’re so good. When you stay calm, you make the best decisions.“ Der Vorfall beleuchtete die Belastungen im Profitenis, doch Wong konzentrierte sich auf sein Wachstum inmitten seines aufstrebenden Profils.