Das ägyptische Ministerium für Gesundheit und Bevölkerung hat in Zusammenarbeit mit der WHO, dem UNFPA und UNICEF ein nationales Hebammenprogramm ins Leben gerufen. Die Initiative zielt darauf ab, die Gesundheitsversorgung von Müttern und Kindern landesweit zu stärken.
Der Startschuss erfolgte am Sonntag. Gesundheitsminister Khaled Abdel Ghaffar betonte, dass die Gesundheit von Mutter und Kind weiterhin ein zentraler Bestandteil der ägyptischen Gesundheitsagenda sei. Er merkte an, dass das Land die Müttersterblichkeit auf 41 Todesfälle pro 100.000 Lebendgeburten gesenkt habe und bis 2030 einen Wert von 35 anstrebe. Hebammen sollen künftig Geburtshelfer und Gynäkologen ergänzen. Zu ihren Aufgaben gehören die Beratung vor der Schwangerschaft, die Schwangerschaftsvorsorge, die Unterstützung bei der Geburt sowie Hausbesuche nach der Entbindung. Das Programm wird definierte Protokolle anwenden, um Schwangerschaften mit geringem Risiko zu betreuen und Hochrisikofälle umgehend zu überweisen. Die stellvertretende Ministerin Abla Al-Alfy erklärte, dass neun der 15 Initiativen im Rahmen des Programms "100 Millionen Gesundheit" auf die Gesundheit von Müttern und Kindern ausgerichtet sind. Evidenzbasierte Maßnahmen wie die Neugeborenen-Reanimation und frühes Stillen könnten die Säuglingssterblichkeit um bis zu 22 Prozent senken, fügte sie hinzu. Vertreter von WHO, UNFPA und UNICEF begrüßten das Programm als einen Schritt in Richtung besserer Gesundheitsergebnisse für Frauen und Kinder in Ägypten.