Ab heute dürfen große Unternehmen in der Europäischen Union unverkaufte Kleidung und Schuhe nicht mehr vernichten.
Eine neue EU-Vorschrift gilt ab heute und soll Firmen dazu bewegen, Waren erneut zu verkaufen oder zu spenden. Ausnahmen bestehen bei gefährlicher, beschädigter oder verschmutzter Ware sowie bei nicht angenommenen Spenden.
Der Handelsverband Deutschland sieht Vorteile für Verbraucher, da mehr reduzierte Ware über Outlets oder Second-Hand-Kanäle angeboten werden könnte. Hauptgeschäftsführer Stefan Genth warnte jedoch vor zusätzlichen Kosten für Lagerung, Sortierung und Weitervermarktung.
Der Modeverband GermanFashion befürwortet die Regelung. Hauptgeschäftsführer Thomas Lange betonte, dass Bekleidung ein wertvolles Produkt sei. Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und der WWF forderten hingegen strengere Kontrollen, um Umgehungen zu verhindern.
Laut EU-Kommission werden in Europa jährlich vier bis neun Prozent der unverkauften Textilien zerstört, was rund 5,6 Millionen Tonnen CO2-Emissionen verursacht.