Ein Sonderermittlerteam kündigte am Donnerstag an, dass es den ehemaligen Präsidenten Yoon Suk Yeol und fünf weitere ehemalige hochrangige Beamte wegen der angeblichen Flucht des ehemaligen Verteidigungsministers Lee Jong-sup nach Australien im vergangenen Jahr angeklagt hat. Lee stand wegen Einmischung in eine Militäruntersuchung zum Tod eines Marines im Jahr 2023 unter Untersuchung. Yoon wird beschuldigt, Lees Ernennung zum Botschafter in Australien angeordnet zu haben, um ihm bei der Flucht vor der Untersuchung zu helfen.
Das Sonderermittlerteam unter Leitung von Lee Myeong-hyeon hat den ehemaligen Präsidenten Yoon Suk Yeol am 27. November 2025 wegen der angeblichen Flucht des ehemaligen Verteidigungsministers Lee Jong-sup nach Australien angeklagt. Lee wird verdächtigt, im März 2024 geflohen zu sein, während er wegen Einmischung in eine Militäruntersuchung zum Tod eines Marines im Jahr 2023 untersucht wurde.
Yoon sieht sich Vorwürfen der Beihilfe zur Flucht Lees, Machtmissbrauchs und Verstoßes gegen das Staatsbeamten-Gesetz gegenüber. Ihm wird vorgeworfen, im November 2023 Lees Ernennung zum Botschafter in Australien angeordnet zu haben, um ihm bei der Flucht vor der Untersuchung zu helfen. Das Team geht davon aus, dass dies dazu diente, die Untersuchung zum Marine-Tod zu behindern und Yoon selbst zu schützen.
Ebenfalls angeklagt wurden der ehemalige Nationale Sicherheitsberater Cho Tae-yong, der ehemalige Erste Vize-Außenminister Chang Ho-jin, der ehemalige Justizminister Park Sung-jae und zwei weitere ehemalige Beamte. Ihnen wird vorgeworfen, die Ernennung und Abreise über das Präsidialamt für Nationale Sicherheit, das Außenministerium und das Justizministerium koordiniert zu haben.
Vier Tage nach der Ernennung wurde ein Ausreiseverbot für Lee aufgehoben, was ihm ermöglichte, kurz darauf nach Australien abzureisen. Er kehrte 11 Tage später nach wachsendem Kontroversen nach Hause zurück. Diese Anklage folgt auf die Vorwürfe des Teams gegen Yoon letzte Woche wegen Druckausübung auf die Marine-Tod-Untersuchung. Yoon steht bereits wegen seiner kurzen Verhängung des Kriegsrechts am 3. Dezember vor Gericht.
Der Fall beleuchtet Vorwürfe des Machtmissbrauchs in der Yoon-Regierung und könnte erhebliche politische Folgen haben.