Die Außenminister der G7-Staaten haben in Kanada eine sofortige Waffenruhe im Ukraine-Krieg gefordert und den aktuellen Kontaktlinienverlauf als Ausgangspunkt für Verhandlungen genannt. Sie kritisieren Russlands Verbündete wie China, Nordkorea und den Iran scharf und planen weitere Sanktionen. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha nahm teil und forderte längere Raketen.
Bei der zweitägigen Konferenz der G7-Außenminister in Niagara-on-the-Lake in der kanadischen Provinz Ontario haben die Vertreter der führenden westlichen Industriestaaten den Druck auf Russland im Ukraine-Krieg verstärkt. In einer gemeinsamen Erklärung forderten sie eine sofortige Waffenruhe und schlugen vor, dass die derzeitige Kontaktlinie – die Stellen, an denen ukrainische und russische Truppen gegenüberstehen – als Ausgangspunkt für Verhandlungen dienen sollte. Eine Quelle spricht hingegen vom aktuellen Frontverlauf als Basis.
Die Minister kündigten an, die wirtschaftlichen Kosten für Russland zu erhöhen und Maßnahmen gegen Länder und Organisationen zu prüfen, die den Krieg finanzieren. Sie verurteilten zudem die jüngsten russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur und bekräftigten die Unterstützung für die Energiesicherheit der Ukraine. Hintergrund sind Zweifel an Russlands Verhandlungsbereitschaft nach dem geplatzten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und russischem Präsidenten Wladimir Putin im vergangenen Monat. Trump hatte vor einigen Wochen einen Einfrierung des Frontverlaufs für ein Kriegsende vorgeschlagen, doch die G7 betonten: «Wir halten weiterhin an dem Grundsatz fest, dass internationale Grenzen nicht mit Gewalt verändert werden dürfen.»
Scharfe Kritik übten die G7-Länder an China für die Lieferung von Waffen und Dual-Use-Gütern, die den russischen Krieg entscheidend unterstützen. Dual-Use-Güter können zivil und militärisch genutzt werden. Ähnlich verurteilten sie militärische Hilfe aus Nordkorea und dem Iran. Zusätzlich kritisierten sie Chinas militärische Aufrüstung und den Ausbau seines Atomwaffenarsenals. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha, der an den Gesprächen teilnahm, forderte Raketen mit größerer Reichweite für sein Land.
Die G7-Staaten umfassen Deutschland, die USA, Frankreich, Italien, Japan, Großbritannien und Kanada.