Gilmar Mendes setzt Teile des Impeachment-Gesetzes gegen STF-Richter aus

Der Richter des Obersten Gerichts Gilmar Mendes hat Teile des Impeachment-Gesetzes vorläufig ausgesetzt, die die Absetzung von Gerichtsmitgliedern ermöglichen. Das Urteil vom 3. Dezember 2025 zielt darauf ab, Impeachment-Anträge auf Beschwerden des Generalstaatsanwalts zu beschränken. Der Schritt hat Reaktionen im Kongress ausgelöst und belastet die Beziehungen zwischen den Staatsgewalten.

In einer individuellen und vorläufigen Entscheidung vom Mittwoch, den 3. Dezember 2025, hat Richter Gilmar Mendes des Supremo Tribunal Federal (STF) Bestimmungen des Impeachment-Gesetzes (Gesetz 1.079/1950) ausgesetzt, die die Absetzung von Gerichtsministern wegen Verantwortlichkeitsvergehen regeln. Die Maßnahme reagiert auf Klagen der Solidariedade-Partei und des Brasilianischen Magistratsverbands (AMB), die eine Unvereinbarkeit mit der Verfassung von 1988 geltend machen. Für Mendes ist das Gesetz veraltet, da es jedermann erlaubt, Impeachment-Anträge beim Senat einzureichen; er argumentiert, dass nur der Generalstaatsanwalt diese Befugnis haben sollte.

Die Entscheidung hat die Spannungen zwischen STF und Legislative wieder entfacht. Senatspräsident Davi Alcolumbre (União Brasil-AP) reagierte am selben Tag mit dem Vorschlag von Verfassungsänderungen als Antwort auf den von Mendes geschafften Schutz. Seit 2020 hat der Senat 99 Impeachment-Anträge gegen STF-Richter angesammelt, hauptsächlich getrieben durch Gerichtsentscheidungen zu Covid-19 und der Fake-News-Ermittlung. Richter Alexandre de Moraes ist das Hauptziel mit 56 Anträgen, gefolgt von Gilmar Mendes (12) und Flávio Dino (8). Von Bolsonaro ernannte Richter wie Kassio Nunes Marques und André Mendonça stehen unter geringerem Druck mit je 2 bzw. 1 Anträgen.

Kritiker, wie in einem Editorial der Folha de S.Paulo, argumentieren, dass Mendes' Schritt die Befugnis des Kongresses usurpiert, das 1950er-Gesetz zu modernisieren, das bereits zur Absetzung von Präsidenten wie Fernando Collor und Dilma Rousseff genutzt wurde. Sie warnen, dass die Entscheidung das Image des STF schwächt, Vorwürfe der Machtgier nährt und die Volkssouveränität einschränkt. Die Maßnahme wird noch vom Plenum des STF geprüft.

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