Das KI-Übersetzungsunternehmen DeepL aus Köln plant Berichten zufolge einen Börsengang in den USA mit einer Bewertung von bis zu fünf Milliarden Dollar. Eine Recherche des Handelsblatt wirft jedoch Zweifel an den Finanzprognosen und internen Abläufen auf. Ehemalige Manager und Experten sehen die Wachstumsstory kritisch.
DeepL wurde 2017 in Köln-Ehrenfeld gegründet und etablierte sich rasch als globaler KI-Übersetzungsdienst, der Google Translate herausfordert. Das Unternehmen zog US-Venture-Capital-Geber wie Benchmark, IVP und Index Ventures an und galt zeitweise als wertvollstes deutsches KI-Start-up.
CEO Jarek Kutylowski betont die Chancen für Deutschland und Europa in der KI-Branche. „Es sei noch nicht zu spät, dass Deutschland und Europa eine führende Rolle im KI-Bereich spielen“, sagte er dem Handelsblatt. Trotz Konkurrenz durch OpenAI hält das Wachstum an.
Ende 2025 berichtete Bloomberg von Prüfungen eines US-Börsengangs (IPO) für 2026 mit einer angestrebten Bewertung von bis zu fünf Milliarden Dollar.
Eine Handelsblatt-Recherche basierend auf Aussagen ehemaliger Manager, IPO-Experten und Berater offenbart jedoch fragwürdige Finanzprognosen und interne Kulturkämpfe. Diese Stimmen nähren Zweifel, ob DeepL seinen Höhenflug fortsetzen kann.