Human Rights Watch hat einen Brief an die Fifa geschickt, um Details zu ihrem neu angekündigten Friedenspreis zu erfahren, ohne Antwort bis Ende November. Der Preis, betitelt 'FIFA Peace Prize — Football Unites the World', soll beim WM-Auslosungsverfahren 2026 in Washington D.C. am 5. Dezember debütieren. Die Initiative stößt auf Kritik wegen ihrer überraschenden Ankündigung und vermeintlicher Verbindungen zum US-Präsidenten Donald Trump.
Die Fifa kündigte am 5. November den 'FIFA Peace Prize — Football Unites the World' an und erklärte, er werde Personen ehren, die Menschen in Frieden vereint haben. Der Preis wird jährlich verliehen, die erste Zeremonie findet beim WM-Auslosungsverfahren 2026 im Kennedy Center in Washington D.C. am 5. Dezember statt, geleitet von Fifa-Präsident Gianni Infantino.
Infantino betonte den Zweck des Preises in einer Erklärung: „In einer zunehmend unruhigen und geteilten Welt ist es grundlegend, den herausragenden Beitrag jener anzuerkennen, die hart daran arbeiten, Konflikte zu beenden und Menschen in einem Geist des Friedens zusammenzubringen. Fußball steht für Frieden, und im Namen der gesamten globalen Fußballgemeinschaft wird der FIFA Peace Prize — Football Unites the World die enormen Anstrengungen jener Individuen würdigen, die Menschen vereinen und Hoffnung für zukünftige Generationen bringen.“
Die Ankündigung überraschte viele innerhalb der Fifa, einschließlich des Fifa-Rats und der Vizepräsidenten, die nicht über die Erstellung oder Auswahlkriterien konsultiert wurden, so mehrere Quellen. Sie fiel mit Infantinos Rede beim America Business Forum in Miami zusammen, wo auch Trump sprach. Infantino hat öffentlich Trumps Kandidatur für den Friedensnobelpreis unterstützt und am 9. Oktober auf Instagram gepostet, dass Trump „definitiv den Friedensnobelpreis für seine entscheidenden Handlungen“ im Israel-Gaza-Waffenstillstand verdient. Auf die Frage nach Trumps Potenzial für den Fifa-Preis antwortete Infantino: „Das werden Sie sehen.“
Trump, der den Friedensnobelpreis 2025 nicht erhielt – er ging an die venezolanische Aktivistin María Corina Machado –, wurde vom israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu nominiert und hat mehrmals behauptet, ihn zu verdienen. Berichte deuten darauf hin, dass der Fifa-Preis 'Trump-spezifisch' sein könnte, und Trump wird beim WM-Auslosungsverfahren erwartet.
Am 11. November schrieb Human Rights Watch an Infantino und forderte Klärungen zu Nominierungsprozessen, Kriterien, Juroren und Menschenrechtsüberlegungen an, mit Frist bis 20. November. Es gab keine Antwort. Die Organisation, die globale Missstände untersucht, fordert Transparenz vor der Zeremonie.