Die Internationale Energieagentur (IEA) hat zehn Maßnahmen empfohlen, darunter Telearbeit und eine Kennzeichen-Rotation, um die Auswirkungen der durch den Nahostkonflikt bedingten hohen Ölpreise abzufedern. Diese sollen die Nachfrage im Straßenverkehr, in der Luftfahrt und in der Industrie senken. Exekutivdirektor Fatih Birol warnte vor der größten Versorgungsunterbrechung in der Geschichte des Ölmarktes.
Die Internationale Energieagentur (IEA) hat einen Bericht mit zehn Empfehlungen zur Drosselung des Kraftstoffverbrauchs veröffentlicht, inmitten der durch den Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran im Nahen Osten ausgelösten Ölkrise. Die Sperrung der Straße von Hormus, über die 20 % des weltweiten Öls (etwa 20 Millionen Barrel täglich) transportiert werden, hat die Brent-Preise in 20 Tagen um über 60 % in die Höhe schnellen lassen, wobei Prognosen von bis zu 175 oder 180 Dollar pro Barrel reichen. Da der Straßenverkehr 45 % der weltweiten Ölnachfrage ausmacht, zielen die Maßnahmen primär auf diesen Sektor ab, gefolgt von der Luftfahrt, dem Kochen und der Industrie. Eine breite Umsetzung würde deren globale Wirkung verstärken und helfen, die negativen Folgen abzumildern, so der Bericht. Zu den Vorschlägen gehören: Telearbeit zur Vermeidung von Pendlerstrecken, niedrigere Geschwindigkeitsbegrenzungen, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, eine Kennzeichen-Rotation oder das Modell 'Peak-and-Plate', effiziente Fahrweisen, die Umstellung von bivalenten Fahrzeugen von Autogas auf Benzin, um Autogas für Kochzwecke zu sparen, der Verzicht auf Geschäftsflüge, sofern Alternativen bestehen, die Förderung des elektrischen Kochens sowie Effizienzsteigerungen in der Petrochemie. IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol erklärte: 'Der Krieg im Nahen Osten verursacht eine schwere Energiekrise, einschließlich der größten Versorgungsunterbrechung in der Geschichte des Ölmarktes.' Die IEA hat ihre bisher größten Notreserven freigegeben und steht im Austausch mit wichtigen Regierungen. Sie mahnt eine Vorbildfunktion des öffentlichen Sektors an und plädiert für gezielte Hilfen für Bedürftige anstelle von breit angelegten Subventionen.