Indien setzt Westasien-Diplomatie inmitten des Iran-GCC-Konflikts neu auf

Angesichts der zunehmenden Spannungen hat Indien seine Westasien-Diplomatie neu ausgerichtet und den Ländern des Golf-Kooperationsrates (GCC) Priorität eingeräumt. Premierminister Narendra Modi besuchte Israel und telefonierte während der ersten Feindseligkeiten mit Führern des Golfkooperationsrates. Die Verschiebung hat eine innenpolitische Kontroverse ausgelöst.

In den letzten zehn Jahren hat Indien sein diplomatisches Engagement in Westasien intensiviert. Premierminister Narendra Modi stattete den sechs Ländern des Golfkooperationsrates (GCC) 15 Besuche ab, zwei in Israel und je einen in der Palästinensischen Autonomiebehörde und im Iran. Umfassende Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (CEPA) wurden mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Oman unterzeichnet, während die Verhandlungen mit dem Golf-Kooperationsrat und Israel noch andauern. Mit einem bilateralen Handelsvolumen von über 160 Milliarden Dollar und einer Diaspora von 10 Millionen Menschen ist der Golf-Kooperationsrat der größte sozioökonomische Partner Indiens. Zu den Unruhen seit Oktober 2023 gehört ein dreiwöchiger Krieg, bei dem die GCC-Länder mit iranischen Drohnen- und Raketenangriffen und der Schließung der Straße von Hormuz konfrontiert sind. Indiens jüngste diplomatische Neuausrichtung räumt der Sicherheit der GCC-Staaten Priorität ein. Modi besuchte Israel am 25. und 26. Februar und rief in den ersten Tagen der Feindseligkeiten alle GCC-Partner an und sicherte ihnen Unterstützung für ihre Sicherheit und Stabilität zu. Später sprach er mit seinem iranischen Amtskollegen. Dieser klarere Ansatz vermeidet den traditionellen Ausgleich in Fragen wie der Zweistaatenlösung oder dem Streben des Irans nach Nukleartechnologie. Innenpolitische Gegner kritisieren den Israel-Besuch als unpassend vor der Offensive gegen den Iran am 28. Februar, werfen ihm vor, die Palästinenser und den Iran im Stich zu lassen, dem Westen seine Autonomie zu überlassen und eine Übervorteilung zu riskieren. Die Verteidiger betonen den vorgeplanten bilateralen Charakter des Besuchs. China kaufte den größten Teil des mit Sanktionen belegten iranischen Öls, Russland lieferte trotz eines Abkommens zu wenig, und andere Länder boten kaum Unterstützung. Die USA griffen den Iran an, ohne den Golf-Kooperationsrat (GCC) zu informieren, was die GCC-Staaten veranlasste, nach Alternativen wie Indien zu suchen. Der ehemalige Botschafter Mahesh Sachdev bewertet die indische Politik in diesem Zusammenhang eher als Sündenfall denn als Sünde.

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